Anlieger haben noch Hoffnung
Bild: Steinecke
Ortstermin in Sende: Der Bauausschuss sprach mit Anliegern über die geplanten Windkraftanlagen. Das Bild zeigt (vorn v. l.) Hans-Peter Jakobfeuerborn, Thorsten Herbst und Rouven Boeser.
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Das Gremium hat im Planungsverfahren allerdings kein Stimmrecht, sondern kann lediglich Vorschläge unterbreiten. Beantragt werden die 200 Meter hohen Anlagen von den Stadtwerken Gütersloh und Bielefeld, die dafür ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet haben.

Die Initiative Gegenwind um ihren Sprecher Rouven Boeser fürchtet, dass es nicht bei den drei Anlagen bleiben wird. Das machte er den Mitgliedern des Bauausschusses noch einmal deutlich. Bei seiner Argumentation stützt sich Rouven Boeser auf das Baugesetzbuch. Darin sei die Rede, dass einer „drittschützenden Wirkung“ nachzukommen sei. „Das bedeutet, im Zweifel für den Angeklagten“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative. Er beruft sich auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2006. Das hatte nach Boesers Angaben entschieden, dass der Rotor eine optisch bedrängende Wirkung haben könne. Laut Boeser muss am Fichtenteich nun geprüft werden, ob diese Wirkung vorliegt.

Besonders auch deshalb, da in einem der Häuser ein autistischer Mensch lebe. Vier Häuser der Familien Hugo, Ringels, Külker und Brinkord liegen näher als 600 Meter an einem der geplanten Windräder. Heißt: Die Gebäude müssen genau untersucht, die konkreten Folgen des Baus einer Windkraftanlage abgeschätzt werden. „Wir werden dem Investor leider mitteilen müssen, dass es doch nicht klappt“, schildert Rouven Boeser seine Sicht der Dinge. Hoffnung schwingt mit, dass die Genehmigung für den Bau doch nicht erteilt wird.

Diane und Peter Külker bewirtschaften am Fichtenteich einen Hof. Das Ehepaar ist erst spät zu der Initiative Gegenwind gestoßen, um sich gegen die Windkraftanlagen zu wehren. „Uns ist erst im Nachhinein bewusst geworden, wie groß das wirklich wird“, sagt Peter Külker. Das Paar äußert Bedenken über die negativen Auswirkungen des von den Rotoren verursachten Infraschalls auf ihre kleinen Kinder. Auf die Frage, ob die Anlagen noch zu verhindern seien, antwortet der Familienvater: „Wahrscheinlich nicht, aber man muss es zumindest versuchen.“

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