Anlieger wollen Schleichweg schließen
Bild: Steinecke
Die temporäre Sperrung des Mozartwegs auf Höhe der Einmündung Brahmsweg fordern die Anlieger. Bisher ist aber nichts passiert. Die Stadt hatte die Maßnahme schon genehmigt, die Baufirma aber die Schließung vergessen.
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Nun regt sich Protest. In einem Schreiben an den Stadtrat wird das Problem detailliert geschildert. „Wie kann ich in der Kommunikation mit der Stadt erreichen, dass Maßnahmen nicht nur zugesagt, sondern auch wirklich durchgeführt werden“, schreibt ein Anlieger stellvertretend für die Nachbarschaft weiter.

Während der Bauzeit im Bereich der Gütersloher und Paderborner Straße habe sich der Verkehr auf dem Mozartweg stark erhöht. Der Weg verbindet die Österwieher Straße und mit der Bahnhofstraße. „2000 bis 4000 Fahrzeuge haben den Weg als Ersatzstrecke genutzt“, schreibt ein Anlieger. Diese unberechtigten Durchfahrten seien von allen Seiten geduldet worden. Nun aber ist die Geduld der Anwohner am Ende.

„Zurzeit nutzen immer noch täglich circa 250 bis 400 Fahrzeuge unberechtigt den Mozartweg“, heißt es in dem Schreiben weiter. Die Anlieger schlagen vor, für zwei Wochen an der Einmündung Brahmsweg die Straße vorübergehend für den Autoverkehr zu sperren. „Es geht uns nicht um eine dauerhafte Sperrung. Wir fordern auch keine Temporeduzierung“, sagte ein Anlieger auf Nachfrage der „Glocke“. Vor 15 bis 20 Jahren sei so eine Maßnahme schon einmal durchgeführt worden. So soll die Unfallgefahr für Kinder und Radfahrer reduziert werden. „Es ist bereits oft zu sehr gefährlichen Situationen gekommen“, heißt es in einem Schreiben eines Anliegers.

Anfang Juli vergangenen Jahres ist der Anlieger im Rathaus vorstellig geworden. Vom Fachbereich Ordnung und Sicherheit ist er in die Abteilung Tiefbau verwiesen worden. Dort sei ihm zugesichert worden, dass der Mozartweg nach dem Ende der Umbaumaßnahmen am neuen Delphos-Platz (ehemals Anger) im Zentrum temporär gesperrt werden solle. Geschehen sei dann aber nichts.

In weiteren Gesprächen habe man sich dann darauf geeinigt, dass im Zuge der Verlegung der Glasfaserkabel der Mozartweg abgebunden werden soll, schreibt der Anwohner weiter. „Auch diese Zusage wurde nicht eingehalten“, heißt es in dem Schriftstück, das am Dienstag im Stadtrat öffentlich gemacht wurde.

Dabei hatte die Stadtverwaltung eine temporäre Sperrung der Straße im Zuge der Verlegung der Kabel genehmigt. „Die Firma hat sie dann aber einfach nicht umgesetzt. Die Chance ist vertan“, erklärte Werner Landwehr, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, im Gespräch mit der „Glocke“.

Und wie geht es jetzt weiter? Die Stadtverwaltung will nun in einem weiteren Schritt die im vergangenen Jahr angeschafften Geräte aufstellen, mit denen die Zahl der Autos gemessen werden kann. Erfasst wird dann auch, wie schnell die Fahrzeuge unterwegs sind. „Dann schauen wir noch einmal auf die Zahlen“, sagt Werner Landwehr. Generell tue sich die Verwaltung mit der Sperrung einer Straße schwer, solange sie nicht im Zusammenhang mit einer Baustelle stehe. „Wir müssen abwägen“, so der Fachbereichsleiter.

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