Architekten träumen von Flaniermeile

Durch Entlastungsmaßnahmen hinsichtlich des Verkehrs will man die Paderborner beziehungsweise die Gütersloher Straße zur künftigen Flaniermeile Verls machen.

Spinnerei? Nein, allenfalls Zukunftsmusik. Auf jeden Fall aber ist es visionär, was die zweitplatzierten Planer beim Architektenwettbewerb zur Umgestaltung des Ortskerns auf dem Reißbrett entworfen haben. Der mit 20 000 Euro dotierte zweite Preis ging an das Büro von Karsten Schlattmeier (Herford), der eine Arbeitsgemeinschaft mit den Düsseldorfer Kollegen Beate Niemann, Patrick Reimann und Claudio Steege sowie dem Landschaftsarchitekten Nils Kortemeier und den Verkehrsplanern Bochermann-Fritze bildete.

 Durch Entlastungsmaßnahmen hinsichtlich des Verkehrs will man die Paderborner beziehungsweise die Gütersloher Straße zur künftigen Flaniermeile Verls machen. Ölbach und Bühlbusch werden über die Achse Haupt- und Bahnhofstraße miteinander verknüpft. Dabei soll die Wahrnehmung des Stadtkerns nicht nur für Auswärtige spürbar werden.

Die Verler selbst sollen sich dort wohlfühlen, von der gesteigerten Attraktivität profitieren und das Zentrum zum Verweilen und Bummeln nutzen. Eine Fußgängerzone schließen die Architekten und Planer wie ihre anderen Kollegen auch aus. In dem Punkt herrscht Einigkeit: Man wird den Verkehr aus Verl wohl nicht komplett verdrängen können. Ein Kreisverkehr an der Kreuzung von Haupt- beziehungsweise Paderborner Straße, schmalere Fahrbahnen und Mittelstreifen sollen Fußgängern, Radfahrern, Außengastronomie und Kurzzeitparkern mehr Raum geben.

Mächtige Baumreihen gliedern den Bereich. „Stadtmöbel“ schaffen eine entspannte Atmosphäre. Klare Ziele haben sich die Architekten für den Marktplatz gesetzt: Auch dort soll die Aufenthaltsqualität steigen. Außerdem will man genug Raum schaffen für eine mögliche Neuorganisation des Busverkehrs hinsichtlich einer geplanten Reaktivierung der TWE-Strecke.

Gegenüber dem Verbrauchermarkt soll ein großzügiges Atriumhaus entstehen, das als „attraktiver Zielpunkt“ in den Wettbewerbsunterlagen beschrieben wird. Es wird aus Gebäuden entwickelt, die die Stadt in den vergangenen Jahren nach und nach erworben hat. Zur Nutzung wird in dem Konzept nur wenig gesagt. Das monierten auch die Preisrichter.

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