Auf Abdul wartet wieder der Operationssaal
Bild: Blumenstein
Seit Mittwoch ist Abdul Ghafar (15) wieder in Verl bei Familie Kleinehelftewes (im Hintergrund sein Gastvater Hans). Der afghanische Junge wird in Kürze in der Uniklinik Lübeck erneut operiert. Zurzeit lernt Abdul die Adventsbräuche kennen. Am Samstag bekam er den ersten Schokoladen-Nikolaus seines Lebens.
Bild: Blumenstein

Die Operationen Nummer 39 und 40 stehen mit großer Wahrscheinlichkeit nach dem Jahreswechsel bevor. In dieser Woche hat Abdul wieder einen Termin in der Uniklinik Lübeck bei Professor Peter Sieg, der ihn schon mehrfach operiert hat, zuletzt im Spätsommer 2013.

Bei einer Gasexplosion in seiner Heimatstadt Mazar-i-Sharif in Afghanistan vor vier Jahren verlor Abdul seinen linken Unterschenkel und einen Teil seines Gesichts und trug schwerste Verbrennungen davon. Inzwischen geht es ihm deutlich besser – dank des Arztes und des Einsatzes der Familie Kleinhelftewes. Sie lernte den Jungen 2011 im Krankenhaus in Rheda kennen, finanziert seinen Schulbesuch in Afghanistan, seine Flüge sowie die Krankenhauskosten, soweit es ihr möglich ist.

Die Korrektu

Abdul hat einen Anrufbeantworter besprochen. Wer die Nummer 05246/9354763 wählt, kann die Daten des Spendenkontos abhören.
ren an den Lippen, die Professor Sieg in Kürze durchführen will, werden wohl die vorerst letzte Hautoperation sein. Allerdings hat Abdul seit einiger Zeit Schmerzen beim Laufen. Es stellte sich heraus, dass an der Amputationsstelle im Bein ein Knochen weiterwächst. Vermutlich wird der Junge deswegen zum 40. Mal in den OP-Saal geschoben werden müssen.

Hans Kleinehelftewes sorgt sich um die Finanzierung des Krankenhausaufenthalts, die noch nicht gesichert ist: „Allein können wir das nicht stemmen.“ Zwar operiert Professor Sieg unentgeltlich, doch die stationäre Versorgung muss vollständig bezahlt werden.

Dankbar erzählt der Gastvater von den Einzelpersonen und Gruppen, die seit 2012 für Abdul gespendet haben: „Toll, dass so viele Leute dahinterstehen.“ Abdul, der seit Mittwoch in der Ölbachstadt ist, nickt kräftig bei diesen Worten. „Danke“, sagt er, den Blick schüchtern auf die Tischplatte gerichtet.

Noch fehlt ihm seine Brille – sie ging auf dem Flug kaputt. Pro Optik in Verl fertigt ihm gerade kostenlos eine neue an. Ein neu zugezogener Nachbar bot spontan Mathe-Unterricht an. Und der Privatunterricht bei Werner Eckard zeigt längst Erfolge: Abdul versteht inzwischen sehr gut Deutsch.

Jetzt lernt er, der aus einem muslimischen Land stammt, gerade die deutschen Adventsbräuche kennen. Auf Weihnachten und Silvester ist Abdul gespannt. Aber am Samstag gab’s erst mal einen großen Schokoladen-Nikolaus von den Gasteltern.

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