Ausbau des Verler Stadions möglich
Die lautstarken Fans dürfen – nein, sie müssen – bleiben, wo sie bereits jetzt ihren Platz im Stadion haben, sollten die Modernisierungspläne des Sportclubs Wirklichkeit werden.

Sogar eine Baugenehmigung hat die Verwaltung dem Verein bereits in Aussicht gestellt. Das geht aus der Rathaus-Vorlage für die gemeinsame Sitzung des Bau- und des Sportausschusses am Montag, 15. September, hervor (Beginn: 17 Uhr im Rathaus).

Zudem möchte die Stadtverwaltung um Bürgermeister Paul Hermreck (CDU) im Haushalt 2015 einen städtischen Zuschuss von bis zu 600.000 Euro für das Vorhaben bereitstellen. Wie berichtet, wird das finanzielle Gesamtvolumen vom SC Verl auf eine Million Euro beziffert. 400.000 Euro will der Sportclub selbst aufbringen.

Zu den geplanten Neuerungen zählt eine Flutlichtanlage. Vorgesehen sind sechs Masten mit zusammen 38 Scheinwerfern in einer Lichtpunkthöhe von 20 Metern, wie es in der Ausschussvorlage heißt. „Durch die asymmetrische Form der Scheinwerfer und einen zusätzlichen vorderseitigen Blendschutz entspricht die Anlage den Immissionsrichtwerten in allgemeinen Wohngebieten.“ Weiter möchte der SC Verl künftig auch freitagabends an der Poststraße spielen können. Ist um 19 Uhr Anstoß, fällt die zweite Halbzeit in die abendliche Ruhezeit nach 20 Uhr. Die Stadt hat vor diesem Hintergrund bereits eine schalltechnische Untersuchung erstellen lassen. Danach ist ein Spielbetrieb mit einer Halbzeit in der abendlichen Ruhezeit „unter umfangreichen und kostenintensiven Auflagen“ zulässig, wie es in der Ausschussvorlage heißt. Möglich seien Abendspiele an bis zu 18 Tagen im Jahr, bei einer begrenzten Kapazität von 2500 Zuschauern.

Konkret müsse für die bestehende Westtribüne in der Dachmitte eine 1,80 Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden, schreibt die Stadtverwaltung. Die neue Nordtribüne müsse eine 6,90 Meter hohe Rückwand erhalten und lückenlos an die Westtribüne anschließen. „Zudem ist die Lautsprecheranlage zu erneuern und dezentral auszurichten, so dass die Lautstärke insgesamt gesenkt werden kann.“ Die Verwaltung verlangt sogar, die Lautsprecher so einzustellen, dass die erlaubten Richtwerte um zehn Dezibel unterschritten werden.

Die lautstarken Anhänger des SC Verl dürften ausschließlich an der Nordostseite des Stadions postiert werden, lautet eine weitere Auflage. Damit müsste sich allerdings nichts ändern – dort steht der harte Kern der Fans auch heute schon. „Ferner ist die Nutzung von Lärminstrumenten wie Fanfaren, Trommeln und Ähnliches im Stadion und auf den Wegen zum Stadion untersagt.“

Der Verein habe dafür Sorge zu tragen. Zusammenfassend heißt es in der Vorlage: „Die aufgeführten Lärmschutzmaßnahmen führen aus Sicht der Verwaltung zu einer wesentlichen Verbesserung der Gesamtsituation, insbesondere der Lärmeinwirkung auf die umliegenden Gebäude in der Nachbarschaft.“ Trotzdem könne es bei ausgeprägtem Torjubel zu einer Überschreitung der Grenzwerte kommen. Das hält die Stadt jedoch für tolerierbar, da es „wohl eher selten“ vorkommen werde und „keinesfalls gesundheitsgefährdend“ sei.

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