Bäume sollen geschützt werden
Unstrittig ist der Erhalt der Bäume auf dem Denkmalplatz in Verl. Kommt eine Baumschutzsatzung, würden zunächst einmal alle Gehölze einer bestimmten Größe unter Schutz gestellt. Auch die in Privatgärten.

 „Auf unseren Fahrradtouren beobachten wir seit Jahren, dass vor allem an den Grenzen zu Rietberg und Delbrück in großem Maß gesunde Bäume gefällt werden. Dies geschieht im privaten Bereich, aber auch an Straßen sowie im Holter Wald“, heißt es in dem Antrag. Das Ziel der Unterzeichner des Bürgerantrags: Sie wollen Bäume grundsätzlich unter Schutz stellen. „Wir sind der Meinung, dass Verl eine solche Maßnahme benötigt, um das wilde Holzen zu stoppen.“

Nur was bedeutet eine Baumschutzsatzung konkret? Hilfereich ist in diesem Fall ein Blick nach Gütersloh und Harsewinkel. Dort gibt es schon Baumschutzsatzungen. In Rietberg ist das Thema diskutiert, aber verworfen worden. In Harsewinkel ist 1980 eine Satzung erlassen worden, die Bäume schützt. Zugrunde liegt die Mustersatzung des Städte- und Gemeindebunds. Das Ziel lautet: „Geschützte Bäume sind zu erhalten und mit diesem Ziel zu pflegen und vor Gefährdung zu bewahren.“

Die Folge: Bäume mit einem Stammumfang von mindestens 150 Zentimetern (gemessen in einer Höhe von 100 Zentimetern über dem Erdboden) stehen unter Schutz. Ausnahmen gibt es: Wenn das Gehölz krank ist, wenn ein Zimmer so verdunkelt wird, dass dort kaum Tageslicht hineinkommt oder wenn vom Baum eine Gefahr ausgeht, darf gefällt werden. Oder wenn er einem Bauvorhaben im Weg steht und eine alternative Planung nicht möglich ist.

Generell gilt: Es muss immer Ersatz angepflanzt werden. Und dann gibt es weitere Ausnahmen: Bäume im Wald sowie in Gärtnereien, die dem Erwerbszweck dienen, dürfen weiter gefällt werden. Ebenso Nadel- und Obstbäume (mit Ausnahme von Walnussbäumen und Esskastanien) sowie Birken, Pappeln und Erlen.

Einfach ausgedrückt: Wer eine Eiche im Garten stehen hat, die schon etwas älter ist, darf das Gehölz nur dann beseitigen, wenn die Stadt Harsewinkel das genehmigt. Ähnlich würde das auch in Verl laufen. Das bedeutet auch: Wenn der Rat einer Baumschutzsatzung zustimmt, dürfte eine Aufstockung des Personals unumgänglich sein. Einerseits, weil die Anträge bearbeitet werden müssen, und andererseits, weil auch kontrolliert werden muss, ob die Satzung eingehalten wird. In Harsewinkel wird mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro gedroht.

Den Verwaltungsaufwand gab die Stadt Gütersloh 2016 in einer Anfrage der Stadt Rietberg zum Thema mit jährlich 20.000 Euro an. Und was passiert nun in Verl? Die Verwaltung wird mit dem Thema irgendwann in die Politik gehen. Der Rat muss schlussendlich entscheiden, ob eine Baumschutzsatzung kommt.

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