Baustelle wird zu einem Kraftakt
Bild: Steinecke
„Dass es ein Kraftakt werden wird, wussten wir alle vorher.“ Das sagt Hans Kleinemas von dem gleichnamigen Bekleidungs- und Bettenwarengeschäft an der Gütersloher Straße über die Baustelle im Zentrum. Mit dem Ergebnis ist er zufrieden.
Bild: Steinecke

„Es lichtet sich. Jetzt fehlt nur noch der Durchgangsverkehr“, sagt Hans Kleinemas. Vor der Eingangstür des Geschäfts liegen die neuen Gehwegplatten. Die extradicke Asphaltdecke – ein Traum. Zusammen mit den gepflanzten Bäumen und den neuen Laternen ergibt alles ein schmuckes Bild. Hans Kleinemas spricht von einer „einladenden Atmosphäre“.

Auf der anderen Seite will der 49-Jährige die Baustelle und die damit verbundenen Umstände auch nicht schönreden. „Es hat schon dunkle Tage gegeben“, sagt Hans Kleinemas im Gespräch mit der „Glocke“. Allerdings ist aus seiner Sicht auch niemand blauäugig in das Vorhaben hineingestolpert. „Dass es ein Kraftakt werden wird, wussten wir alle vorher.“ Ein Kraftakt, der sich bei Hans Kleinemas mit einem Umsatzrückgang von zehn Prozent bemerkbar macht.

„Wir haben mit mehr Minus gerechnet“, sagt der Inhaber. Zwischenzeitlich gingen Schätzungen Richtung 30 Prozent. Doch besonders die Stammkunden hielten dem Geschäft die Treue. Ein Vorteil ist aus der Sicht von Hans Kleinemas allerdings die Lage an der Ecke von Österwieher und Gütersloher Straße. „Geschäfte, die mitten in der Baustelle lagen, waren schlimmer dran“, berichtet er. Das „Erfolgsminus“ kommt aber nicht von ungefähr. „Da musste man schon was für tun“, sagt Hans Kleinemas.

Das Unternehmen machte nicht einfach weiter wie bisher. Weite Kreise mussten gezogen werden, um auf das Geschäft aufmerksam zu machen und den Bekanntheitsgrad zu erhalten. Ein guter Umgang mit den Kunden gehört bei Kleinemas jedoch zu jedem Zeitpunkt zum guten Ton. „Wenn der Kunde sich gut aufgehoben fühlt, dann nimmt er auch schon mal eine Hürde in Kauf“, sagt Kleinemas. Und auch mit der Baustelle im Nacken durfte bei der Bestellung der Waren nicht zu knapp kalkuliert werden. Kaufinteressenten wollen schließlich immer eine Auswahl haben. Argumenten, dass das Vorgehen von außen in Richtung Ortskern falsch war, entgegnet Hans Kleinemas: „Baustelle wäre Baustelle geblieben.“

Und im Vorfeld alles zu planen, sei schier unmöglich. Das Baustellenmanagement im Rathaus habe gut funktioniert. Vieles sei in konstruktiven Gesprächen möglich gemacht worden. Und manchmal war es eben die Abkürzung, die zum Ziel führte. „Ein Gespräch mit den Arbeitern an Ort und Stelle hat oft weitergeholfen“, sagt Hans Kleinemas.

SOCIAL BOOKMARKS