Bewährung für Missbrauch der Tochter
Vor dem Amtsgericht Gütersloh ist ein Verler verurteilt worden, weil er seine Tochter zwölfmal sexuell missbraucht hatte.

 Das Gericht wertete sein umfassendes Geständnis strafmildernd. „Sie haben sich der Verantwortung gestellt und es ihrer Tochter erspart, hier aussagen zu müssen“, erklärte die zuständige Richterin in ihrer Urteilsbegründung.

Der 54-Jährige hatte zugegeben, seine Tochter insgesamt zwölfmal missbraucht zu haben. Zur Tatzeit zwischen 2003 und 2004 war das Mädchen 14 beziehungsweise 15 Jahre alt. Der Mann aus Verl gab an, sein Kind – meist abends – beim Fernsehen sowohl an der Brust als auch im Genitalbereich gestreichelt zu haben. Jeweils 15 bis 30 Minuten habe das gedauert.

Er habe sich in einer schwierigen Situation befunden. Der Leistungsdruck im Beruf sei sehr hoch, die Ehe mit seiner Frau sei zerrüttet gewesen. Außerdem seien seine Eltern kurz zuvor gestorben. „Ich hatte keinen mehr, mit dem ich reden konnte“, erklärte der Angeklagte. „Ich habe mich nach Liebe gesehnt. Trotz der schweren Situation hätte ich das nicht machen dürfen. Das tut mir leid“, sagte der Vater von insgesamt drei Kindern weiter, der schon kurz nach den Taten im Gespräch mit dem Jugendamt alles gestanden hatte.

Von seiner Frau ist er mittlerweile geschieden, er lebt von einer bescheidenen Frührente. Zu seinen beiden anderen Kindern bestehe wieder Kontakt, erklärte er. Nicht aber zum Opfer, dass in zwei Pflegefamilien aufgewachsen ist. „Sie hat die Tat erheblich mitgenommen. Sie haben das Urvertrauen des Kindes zerstört“, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Ebenfalls strafmildernd wurde gewertet, dass der 54-Jährige sich freiwillig einer Therapie unterzogen hat und fast zwei Jahre in Behandlung war. Er habe die Ereignisse aufgearbeitet, betonte der Angeklagte.

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