Bibliothek als kommunales Wohnzimmer
Der Eingangsbereich mit Stühlen und Tischen sei toll, so der Experte für Bibliotheken, Professor Richard Stang. Dort können die Besucher der Bibliothek Zeitungen und Zeitschriften lesen und auch eine Tasse Kaffee trinken.

Denn die zweite Frage beantworten Politiker, Verwaltung und ein Experte klar mit: Ja. Es soll weiter eine Bibliothek in Verl geben. Den Mietvertrag hat die Kommune verlängert. „Jetzt kommen die Räumlichkeiten und die konzeptionelle Gestaltung“, sagt der Erste Beigeordnete Heribert Schönauer. „Vieles wird jetzt schon richtig gemacht. Aber das soll uns nicht daran hindern, uns Gedanken zu machen“, erklärte Schönauer am Dienstagabend im Ausschuss für Bildung, Sport, Kultur und Generationen.

Die Einrichtung an der Hauptstraße soll sich verändern. Nicht von heute auf morgen, aber nach und nach. „Bildung ist ein zentraler Faktor der Stadtentwicklung“, sagt Professor Richard Stang von der Hochschule der Medien in Stuttgart. Der Experte war in Verl zu Gast, um Hinweise zu geben, was die Bibliothek der Zukunft ausmacht.

Die Kommune müsse sich entscheiden: Will sie eine Stelle, die Bücher verleiht? „Oder sehen Sie in der Bibliothek eine Institution, mit der Sie Bildungsangebote gestalten können?“, so der Professor. Aus Sicht der Stadt ist das eine rhetorische Frage. Generell entwickelt sich die Einrichtung zu einem Treffpunkt. Das zeigen auch die Zahlen in Verl. Die Ausleihen gehen zurück, die Zahl der Nutzer steigt. „Das ist ein bundesweiter Trend“, erklärte Stang.

Zentrale Herausforderungen sind aus seiner Sicht: Zugang zu Bildung für alle, besonders für bildungsferne Bevölkerungsschichten, die Integration von Beratungs- und Lernangeboten und die Vernetzung von Bildung und Kultur. „Es geht um eine Verbesserung des Bildungsangebots“, erklärte Stang, der die Einrichtung in Verl als gut bezeichnete. Es gebe vielfältige Angebote. Auch die Internetseite sei informativ. Und das Café im Eingangsbereich toll. Die Bibliothek als Ort gewinne immer mehr an Bedeutung.

Seine Empfehlungen: Das Medienhaus soll attraktiver gestaltet, mehr Aufenthaltsqualität soll geschaffen werden. Verbesserungspotenzial sieht Stang bei der Möblierung, bei den Regalen und bei den Computerecken. Vorstellen kann sich Richard Stang zum Beispiel unterschiedliche Zonen, was den Lärmpegel angeht. Auch ein Bereich für Gruppenarbeiten könnte eingerichtet werden. Es gehe um die Positionierung der Bibliothek als Eckpfeiler einer bildungsorientierten Stadtentwicklung.

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