Bioholzkohle aus Gartenabfall: Knapp eine Million Euro Förderung
Bioholzkohle aus Gartenabfällen könnte in einer Carbonisierungsanlage hergestellt werden, die die Stadtverwaltung errichten möchte.

Entstehen könnte die Carbonisierungsanlage auf dem Gelände des Biomasseheizwerks am Meierhof. Geschätzte Kosten: 1,2 Millionen Euro. Nach Abzug der Förderung müsste die Stadt noch knapp 240 000 Euro Eigenmittel aufbringen. Die Entscheidung, ob überhaupt gebaut wird, liegt bei der Politik.

Das Schreiben stamme vom 27. April, berichtete Bürgermeister Michael Esken am Dienstagabend im Stadtrat. Die Idee ist, kommunale Gartenabfälle maschinell zu Bioholzkohle zu verglühen, die dann – mit Nährstoffen angereichert – dem bereits jetzt hergestellten Verler Bodensubstrat beigemischt werden könnte. „So würde ein Substrat entstehen, das ähnlich einer Terra-Preta-Erde über herausragende ökologische Eigenschaften verfügt“, so Dr. Kurt Peitzmeier, im Rathaus zuständig für den Bereich Umwelt. „Denn die Kohlenstoffbeimischung bewirkt, dass sich in dem Substrat Humusverbindungen aufbauen, die für Jahrhunderte dem mikrobiellen Abbau im Boden widerstehen und so die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig verbessern.“

Auch das Klima profitiere, denn der Kohlenstoff, den die Pflanzen aus der Atmosphäre aufgenommen haben, werde nicht wie bei der Kompostierung oder Vergärung zurück in die Atmosphäre ausgegast, sondern in den Boden zurückgebracht, aus dem er ursprünglich in Form von Kohle, Erdöl oder Erdgas entnommen wurde. So lasse sich der Kohlenstoffkreislauf schließen.

Peitzmeier: „Zudem binden die Kohlenstoff-Humusverbindungen der Terra Preta die Bodennährstoffe so fest an sich, dass sie kaum noch vom Regenwasser ins Grundwasser ausgespült werden können. Die Düngung wird so effektiver und das Grundwasser geschont.“ Darüber hinaus liefere die Anlage Wärme für zirka 100 Haushalte, die direkt in das Verler Fernwärmenetz eingespeist werden könnte.

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