Chemikalien-Unfall als Großübung
Bild: Steinecke
Großübung der Verler Feuerwehr am Samstag an der Südstraße: Erstmals müssen die Kameraden mit einem Chemieunfall umgehen. Die Ladung Haushaltsreiniger, die der am Unfall beteiligte Lastwagen geladen hat, erfordert Ganzkörperschutzanzüge.
Bild: Steinecke

Der Grund: Der an dem Unfall beteiligte Lastwagen hatte Chemikalien geladen. Dabei handelte es sich zwar nur um handelsübliche Haushaltsreiniger, doch wenn die sich vermischen, entsteht giftiges Chlorgas. Der Rauch, der aus dem Laderaum quoll, signalisierte den anrückenden Wehren aus Kaunitz und Verl gleich: Hier stimmt etwas nicht.

„Wir können Autounfall und wir können Feuer. Jetzt wollten wir mal etwas Besonderes testen“, erklärte Stadtbrandinspektor Heiner Panreck. Sein Stellvertreter Dirk Costantino fügte hinzu: „Für die Feuerwehr in Verl ist das eine relativ große Aufgabe.“

Die Besatzungen der zuerst eingetroffenen Fahrzeuge verschafften sich einen Überblick über die Gefahrenlage. Schnell wurde klar, dass der Einsatzschwerpunkt in Richtung des Lastwagens verlagert werden musste. Gleichzeitig mussten aber auch die Verletzten aus dem in Seitenlage in den Graben gerutschten Auto gerettet werden. Die Handgriffe liefen routiniert ab. Weil die Türen verklemmt waren, wurden die Scheiben entfernt und das Dach mit der Schneidzange abgetrennt.

Rund um den Lieferwagen ging es deutlich hektischer zu. Die Feuerwehrkameraden mussten schwere Schutzanzüge und die Atemgeräte mit den Sauerstoffflaschen für maximal 20 Minuten Atemluft anlegen. Derart geschützt, arbeiteten Christian Dost, Sven Solyntjes, Florian Seifert, Dominik Brechmann, Florian Fiekens und Guido Vorderbrüggen an vorderster Front. Dabei war ständiger Funkkontakt mit den Einsatzleitern wichtig.

Zunächst einmal galt es festzustellen, welche giftigen Dämpfe sich entwickeln. Anschließend musste das Gefahrgut geborgen und die leckgeschlagenen Behälter von den intakten getrennt werden. Nicht einfach, denn in der Ganzkörpermontur und angesichts der ungewohnten Aufgabe schwitzten die Akteure erheblich. Aufgeben galt jedoch nicht, und am Ende siegte nach anderthalb Stunden der Wille.

Heiner Panreck resümierte: „Es war klar, dass das langwierig wird. Es ging uns nicht um einen reibungslosen Ablauf, sondern darum, die Schwachstellen zu erkennen.“

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