Davongekommen dank eines Fahrradhelms
Sie wissen, was ein Fahrradhelm wert ist: (v. l.) Ellen Haase, Günter Peperkorn, Katja Eichler und Florian Eichler.

Der Senior war am 11. Juli auf der Sender Straße in Verl mit seinem Fahrrad verunglückt und gestürzt. Ein Weihnachtsgeschenk hat ihn wohl vor schweren Kopfverletzungen bewahrt.

Die „Ungerechtigkeit“ nämlich, die Florian seinerzeit empfunden hatte, hatte Günter Peperkorns Tochter Katja Eichler dazu veranlasst, ihrem Vater zu Weihnachten 2009 einen Fahrradhelm zu schenken. Den hat der Rentner, der keinen Autoführerschein besitzt und in den vergangenen drei Jahren 3815 Kilometer mit dem Zweirad zurückgelegt hat, auch fleißig genutzt.

„Und das ist richtig und gut so“, lobt Polizeihauptkommissarin Ellen Haase von der Kreispolizeibehörde in Gütersloh. Engagiert kümmert sie sich darum, den „Lebensretter Fahrradhelm“ bei Jung und Alt als unverzichtbares Element für Radfahrer publik zu machen.

„Unsere neue Zielgruppe sind die älteren Menschen“, sagt Haase. „Die Hälfte der in Deutschland im Straßenverkehr getöteten Radfahrer sind Senioren über 65 Jahre. Allein in Gütersloh hatten wir 2010 bei Rad-Verkehrsunfällen drei getötete Senioren.“

Für Haase ist ein gut sitzender Fahrradhelm „das Verhütungsmittel schlechthin gegen Pflegefall und Unfalltod nach einem Fahrradunfall“. Jeder Helm rette Leben, sagt sie. „Es ist doch besser, man geht in den Fachhandel und kauft sich einen Helm, als dass man mit dem Rettungshubschrauber nach Bethel geflogen wird.“

Letzteres war bei Günter Peperkorn gottlob nicht nötig. Außer einer leichten Gehirnerschütterung, außer Hautabschürfungen an der linken Hand und einigen – wenn auch heftigen – Prellungen hat er bei dem Zusammenstoß mit einem Auto nichts abbekommen.

„Selbst die Armbanduhr ist heil geblieben“, erzählt Katja Eichler und spricht erleichtert von „gleich mehreren Schutzengeln“, die ihr Vater gehabt habe. Das bestätigt sich auch, wenn man den zehn Zentimeter langen Riss im Innern des lädierten Helms des Senders sieht. Da mochte sich keiner aus seiner Familie ausdenken, was ohne schützenden Helm alles hätte passieren können. „Bei einem seitlichen Sturz vom Fahrrad treten riesige Hebel- und Pendelwirkungen auf“, weiß Ellen Haase.

„Ich war auf dem Weg zur Apotheke in Eckartdsheim, um mir Allergiesalbe zu holen“, erzählt Günter Peperkorn. An Einzelheiten des Unfalls kann er sich nicht mehr erinnern.

Ihm ist es jedoch ein besonderes Anliegen, auf die Bedeutung eines Fahrradhelms hinzuweisen. Erst recht, wenn Ellen Haase von der Polizei ihm diese Zahlen präsentiert: „Bei uns im Kreis Gütersloh stellen die älteren Menschen über 30 Prozent der verunglückten Radfahrer.“

Sobald es geht, will Günter Peperkorn nun sein beinahe unversehrtes Zweirad vom Monteur abholen und wieder Radfahren. „Mit Helm, versteht sich.“ Einen neuen hat ihm Ellen Haase bei ihrem Besuch mitgebracht und auch gleich an seinen Kopf angepasst.

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