Der Stadt fehlen sechs Quadratmeter
Dringend saniert werden muss die Brücke über den Ölbach. Bei der Vorbereitung der Maßnahme ist herausgekommen, dass sechs Prozent des Bauwerks auf einem Grundstück stehen, dass der Stadt nicht gehört.

„Wir werden einen Teufel tun und auf fremden Grund etwas umbauen“, sagte Bürgermeister Michael Esken auf Anfrage der „Glocke“. Es geht konkret um sechs Quadratmeter. Nicht viel, aber ausreichend, um das Projekt zu verzögern. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. Wir werden nicht anfangen zu bauen, bis uns das Grundstück gehört oder uns anderweitig zur Verfügung steht“, stellt Michael Esken klar.

Zwei Lösungsmöglichkeiten gibt es aus Sicht des Stadtoberhaupts: Einmal könnte die Kommune die sechs Quadratmeter kaufen. Und alternativ könnte die Stadt die Brücke widmen, so der Fachausdruck. Das Verfahren ist aufwändig und läuft im Prinzip auf eine geduldete Inanspruchnahme hinaus. Der Eigentümer müsste nämlich akzeptieren, dass eine Brücke auf seinem Grund steht. Und der Eigentümer könnte gegen dieses Vorhaben juristisch vorgehen.

Bisher ist eine Widmung nicht geschehen. Die Verwaltung hat deshalb auch beim Landesbetrieb Straßen NRW angefragt, der bis 2012 für die Hauptstraße und damit auch für die Brücke zuständig war. Das Ergebnis: Es konnte kein Datum ermittelt werden, wann und ob überhaupt die Brücke gewidmet wurde.

Die Querung über den Ölbach ist in der heutigen Form 1938 errichtet worden. Seinerzeit ist aber keine Vereinbarung über die Nutzung der Fläche geschlossen worden, wie Recherchen der Verwaltung ergaben. Zumindest gibt es keine Akten, die das in irgendeiner Form belegen. Und seitdem rollt der Verkehr, ohne dass sich daran jemand gestört hat. Ob auch der Vorgängerbau schon die ominösen sechs Quadratmeter in Anspruch genommen hat, lässt sich nicht mehr ermitteln.

Und nun? Die Stadt hat versucht, die fehlenden sechs Quadratmeter zu erwerben. Nur hat der Grundstückseigentümer nach Informationen der „Glocke“ erst einmal mitgeteilt, dass er nicht verkaufen will. Stattdessen ist über einen Flächentausch gesprochen worden. Das Problem aus Sicht des Rats: Das Areal, das der Eigentümer erhalten würde, ist deutlich mehr wert als die sechs Quadratmeter. Deshalb hat der Vorschlag der Verwaltung nicht die Zustimmung der Politiker gefunden. Das Thema wurde am Dienstag im nicht-öffentlichen Teil von der Tagesordnung genommen. Die Stadt muss nachverhandeln. Zu den Details wollte sich Michael Esken nicht äußern.

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