Die Stadt Verl wird immer reicher
Bild: Ackfeld
Die Ostwestfalenhalle steht mit einem Wert von 443 673,45 Euro in der Bilanz.
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Am Dienstag bringt die Verwaltung den Jahresabschluss 2018 in den Stadtrat ein. Aus der Vorlage geht hervor, dass die Kommune das Jahr mit einem Gewinn von 16,2 Millionen Euro abgeschlossen hat. Das geplante Jahresergebnis betrug ursprünglich 2,8 Millionen Euro.

So weit, so gut. Viel entscheidender aber sind die langfristigen Entwicklungen. 2009 hat die Stadt eine Eröffnungsbilanz aufgestellt. Das heißt: Es wurde einmal ermittelt, was die Kommune genau besitzt und wie hoch die finanziellen Reserven sind. Die Bilanzsumme 2009: 212 Millionen Euro. Zum Vergleich 2018: Die Bilanzsumme betrug schon 319,9 Millionen Euro.

Im Jahr 2009 hatte die Stadt ein Eigenkapital von 150 Millionen Euro. Ende 2018 waren es schon 238 Millionen Euro. Das sind Summen, von denen andere Kommunen in der Region träumen. Das gilt auch für die Ausgleichsrücklage. Das ist der Posten, der genutzt wird, um einen Haushalt auszugleichen, wenn es finanziell mal enger wird. Ende 2018 waren dort 90,1 Millionen Euro gutgeschrieben. 17,9 Millionen Euro waren es noch 2009.

Ähnlich sieht es bei den liquiden Mitteln aus. Dabei handelt es sich um Geld, das die Kommune auf Sparbüchern oder Girokonten hat. 50,1 Millionen Euro wurden in der Eröffnungsbilanz 2009 ausgewiesen. Ende 2018 waren es 56 Millionen Euro. Aber: In diesem Jahr hat die Stadt 40 Millionen Euro langfristig angelegt. Eigentlich müsste man diese Summe noch hinzurechnen. Der Wert hat sich also nahezu verdoppelt.

Und das, obwohl die Stadt auch viel Geld ausgegeben hat. Zum Beispiel für Grundstücke: Unbebaute Flächen im Wert von 34,8 Millionen Euro standen 2018 in der Bilanz. 2009 waren es noch 16 Millionen Euro. Allein 2008 kaufte für Stadt Ackerland im Wert von 6,22 Millionen Euro, wie aus dem Entwurf für den Jahresabschluss hervorgeht.

Einen Wermutstropfen gibt es aber: Die Stadt ist immer noch im Besitz von RWE-Aktien. 2009 waren sie nicht ganz 1,4 Millionen Euro wert. Mittlerweile stehen die Aktien des Unternehmens nur noch mit 312 000 Euro in der Bilanz. Das aber diesen Verlust kann die Kommune locker verkraften. Ganz im Gegensatz übrigens zu Städten im Ruhrgebiet, die unter den Wertberichtigungen litten.

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