Diebe stehlen wertvolles Kunstobjekt
Bild: Ebbesmeyer
Das Ursprungsmodell des Lebensbaums, der am Kühlmannplatz steht, ist am vergangenen Wochenende aus dem Heimathaus gestohlen worden.
Bild: Ebbesmeyer

Der Künstler Bruno Buschmann, ein gebürtiger Verler, und der Heimatverein sind erschüttert. Den Wert der Skulptur zu beziffern fällt nicht leicht: Mal angesehen von der ideellen Bedeutung dürfte er laut Bernhard Klotz vom Heimatverein und Auskunft der Polizei mehrere tausend Euro betragen. „Bruno Buschmann hat viel Liebe in die Plastik – ein aufwändiger Bronzeguss im Wachsverfahren – investiert“, sagt Klotz. „Sie ist unersetzlich.“ Ein zweites Mal wäre er wohl kaum bereit, ein solches Modell zu erstellen, heißt es beim Heimatverein.

Bronze ist gefragter Rohstoff

Schwer wiegt dort die Sorge, dass die Skulptur allein wegen ihres materiellen Werts gestohlen worden ist und nun möglicherweise irgendwo eingeschmolzen wird. Denn Bronze ist ein gefragter Rohstoff – nicht ohne Grund tummeln sich Kriminelle beispielsweise regelmäßig auf Friedhöfen und bedienen sich dort an Grableuchten und ähnlichem.

Alarmanlage hat nicht reagiert

 Die Mitglieder des Heimatvereins und der Künstler hoffen jetzt, dass möglicherweise doch irgendjemand Beobachtungen gemacht hat, die zum Auffinden des etwa 50 Zentimeter hohen Modells beitragen. Die Alarmanlage des Heimathauses, die erst kürzlich auf ihre Funktion überprüft worden ist, hat nicht auf den Einbruch reagiert. Die Bewegungsmelder decken offenbar nicht die Fenster mit ab. Bis zum vergangenen Wochenende ist dort auch noch nie eingebrochen worden.

Erinnerung an engagierten Domkapitular

Das Modell von Bruno Buschmann war Vorlage für den Lebensbaum am Kühlmannplatz, der dort Mitte der 80er-Jahre aufgestellt wurde. Er erinnert an das Wirken von Domkapitular Ferdinand Kühlmann (1842 bis 1929). Der gebürtige Neuenkirchener ließ unter anderem 1909 das Krankenhaus zu Verl errichten und legte den Grundstein für die Spar- und Darlehnskasse. Außerdem ist er Gründungsmitglied des Heimatvereins gewesen und hob 1922 die Pfarrcaritas aus der Taufe. Der Lebensbaum erinnert an sein engagiertes Wirken und macht die Früchte seiner Arbeit deutlich. Wer Beobachtungen gemacht hat, sollte sich mit der Polizei in Gütersloh unter 05241/8690 in Verbindung setzen.

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