Dorf-Sheriff und Schulsozialarbeiter
Bild: Steinecke
Eine Verler Institution geht in den Ruhestand: (v. l.) Heribert Schönauer, der nun ehemalige Dorf-Sheriff Hans-Georg Ameling, Landrat Sven-Georg Adenauer und Polizeidirektor Karsten Fehring.
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Schönauer weiter: „Wir werden Sie absolut vermissen.“ Seit 42 Jahren befindet sich Ameling im Dienst der Polizei. Und während seiner 21 Jahre in Verl hat er sich einen guten Namen gemacht. Wichtig war Ameling stets die Ausgewogenheit zwischen der nötigen Strenge und Bürgernähe. Eine Philosophie, die bei den Verlern gut angekommen ist. „Sie haben positive Spuren hinterlassen“, sagt Schönauer.

 „Es ist schon ein komisches Gefühl, jetzt mit der Polizei abzuschließen“, sagt der Ruheständler in spe, der zum Ende des Monats aus dem Dienst ausscheidet. Es ist zu merken, dass er die Arbeit gern gemacht hat. Dafür brauchte er Freiräume, die ihm Kreispolizeidirektor Karsten Fehring ebenso gern eingeräumt hat. Diese Freiheit wusste Ameling gut zu nutzen.

Viele Projekte hat er initiiert und begleitet. Darunter den Mitternachtsfußball oder die Aktion „Mit Stress im Bus ist jetzt Schluss“. Auch in der Schulwegsicherung und Verkehrserziehung war er aktiv. Zudem engagierte der Dorf-Sheriff sich an den Schulen mit seinen Gefährdungsansprachen. „Sie waren der erste Schulsozialarbeiter in Verl“, sagt Schönauer. Als Polizist in einem Ort, in dem man auch wohnt: Da ist man 24 Stunden im Dienst. Da ist es egal, ob man in Uniform oder in Zivil unterwegs ist. Hans-Georg Ameling hat diese Gratwanderung gemeistert. Nicht zuletzt deshalb, weil er ein pragmatischer Menschenfreund ist.

So berichtet Heinz Sudhoff, Ehrenbrudermeister der Gilde-Schützen, dass Ameling kurzerhand Mikrofon und Lautsprecher seines Dienstfahrzeugs zur Verfügung gestellt hat, als während einer Ansprache auf dem Schützenplatz die Lautsprecheranlage versagte. „Sie gehören zum Stadtbild von Verl“, sagt Schönauer.

Auch Sven-Georg Adenauer ließ sich die persönliche Verabschiedung nicht nehmen. Der Landrat, der mit Ameling die Leidenschaft für den Tennissport teilt, erinnerte unter anderem an die Dorf-Sheriff-Kolumne, bevor er die Urkunde überreichte und Ameling einen angenehmem Ruhestand wünschte. „Das Leben ist wie ein Eishockeyspiel. Im letzten Drittel fallen immer die besten Tore“, sagt Hans-Georg Ameling mit Blick auf seine zahlreichen Hobbys.

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