Dreist: Schranke einfach abgerissen
Weg damit: Am Samstagmorgen hebt der Beifahrer die Schranke hoch und und dreht sie zur Seite. Der Balken geht dabei kaputt, was den Mann nicht zu stören scheint, denn er steigt wieder in den Mercedes ein, nachdem der die Sperrung passiert hat. Aber er wird dabei gefilmt.

Eigentlich ist die Durchfahrt verboten. Seit Wochen. Eine Schranke ist installiert, ein Sicherheitsdienst engagiert worden. Das Problem ist aber noch lange nicht gelöst. Das zeigt sich beim Ortstermin, als plötzlich der Mitarbeiter einer Kaffeemaschinen-Firma durch die Baustelle fährt und vor der Schranke zum Stehen kommt. Karsten Bansemer, Inhaber einer Rheda-Wiedenbrücker Sicherheitsfirma, schickt den Mann zurück.

Solche Fahrer sind ein Problem. Hinzu kommen die ganz dreisten. Am Samstagmorgen fährt nach Angaben von Karsten Bansemer ein Auto mit Anhänger vor. Ein Beifahrer steigt aus und bricht die Schranke ab. „Spannend, mit welcher Selbstverständlichkeit das passiert“, sagt der Fachmann. Als wäre es völlig normal. Aber: Die Videokamera, die in der vergangenen Woche installiert worden ist, hat den Vorfall erfasst. Der Kreis Gütersloh, der für die Baumaßnahme zuständig ist, hat bereits Anzeige erstattet, wie Timo Kohl von der Abteilung Tiefbau erklärt. Fünfstellige Summen für Sicherheitsmaßnahmen sind im Straßenbau mittlerweile Standard.

Auch in Verl bewegen sich die Kosten in diesem Rahmen. Für die Schranke, für den Sicherheitsdienst und für die Regulierung der Schäden. „Da können sie mit 1000 Euro rechnen“, sagt Kohl mit Blick auf einen neuen Balken für die Schranke. Viermal ist sie schon zerstört worden. Einmal ist zudem das Gehäuse in Mitleidenschaft gezogen worden. Zumindest im Fall von Samstagmorgen sind die Verantwortlichen optimistisch, sich das Geld wiederzuholen. Schließlich haben sie das Kennzeichen des Fahrzeugs erfasst.

Und warum wird die Straße nicht einfach komplett abgeriegelt? Einmal müssen die Baustellenfahrzeuge aus dem Bereich heraus. Und dann sind da noch die Anlieger und der Schulbus. Nach Angaben von Dirk Hildebrandt, Leiter des Fachbereichs Schule im Verler Rathaus, gibt es sieben Fahrten für 25 Kinder täglich. Eine Umleitung des Busses sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Und eigentlich wäre das ja auch kein Problem, wenn nur Anlieger und die Schulbusse durch die Baustelle fahren. So aber ist dort alle 20 Minuten ein Fahrzeug unterwegs. Mal kommen sie über den Frickenweg und ignorieren die Schilder, mal versuchen sie es über den schon geschotterten Radweg. Und auch Radfahrer sind ein Problem. Am Dienstag fragt ein Junge, ob er noch einmal durchfahren dürfe. „Nein“, ist die Antwort von Matthias Müller von der Firma Richter Tiefbau. Der Baggerfahrer sei in der Baustelle unterwegs und rechne nicht mit Radfahrern. Deshalb sei es gefährlich. Er schüttelt mit dem Kopf und hofft, dass sich endlich alle an das Fahrverbot in diesem Bereich halten.

SOCIAL BOOKMARKS