Droste-Haus will Inklusion vorantreiben
Symbolbild: dpa
Nicht nur in der Schule ist Inklusion ein wichtiges Zukunftsthema. Davon sind die Verantwortlichen des Droste-Hauses in Verl überzeugt. Auch in ihrem Veranstaltungsprogramm sollen künftig weitere Kurse für Menschen mit und ohne Behinderung etabliert werden.
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Viele verdrehen die Augen, wenn sie das Wort Inklusion hören. Es wird von der Quadratur des Kreises gesprochen, behinderte und nicht-behinderte Schüler in einem Klassenverband zu unterrichten. Aber Inklusion ist mehr – jedenfalls für Karl-Josef Schafmeister. Für den Geschäftsführer der unter dem Dach des Droste-Hauses vereinten Gesellschaften ist Inklusion sogar ein Zukunftsthema mit Potenzial.

Kreis der Betroffenen ist groß

„Was glauben Sie, wie viele Behinderungen erworben sind und wie viele angeboren? – 95 zu 1“, sagt Schafmeister. Unfälle am Arbeitsplatz, auf der Straße oder im Privaten schränkten zahlreiche Arbeitnehmer ein. „Dazu kommen noch Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, sprich: Infarkte oder Schlaganfälle“, macht Schafmeister deutlich, dass der Kreis der Betroffenen weitaus größer ist, als man allgemeinhin vermutet.

„In den sich verschärfenden Zeiten des Fachkräftemangels sind das wertvolle Ressourcen, die noch bei weitem nicht ausgeschöpft werden. Wissen und Erfahrungen, die brachliegen, aber gleichzeitig in Unternehmen fehlen und im Zuge der Demografie immer häufiger fehlen werden.“

Unternehmen berichten von guten Erfahrungen

Leider sei es aber so, dass sich noch immer zu viele Firmen aus ihrer Verantwortung herauskaufen würden. „Jeder 20. Arbeitsplatz muss nach dem Gesetz von einem Behinderten besetzt werden“, sagt Schafmeister. Und überall dort, wo Menschen mit Handicap im Arbeitsprozess integriert seien, würde man durchweg gute Erfahrungen machen, sagt der Geschäftsführer.

Konkrete Angebote hält das Droste-Haus bislang nicht vor. Er werden Kooperationen gesucht, behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammenzuführen. Beim Babysitter-Kurs, der in Kooperation mit dem Wertkreis läuft, ist das jetzt zum wiederholten Mal der Fall. „Das Konzept wurde um Elemente für die Teilnehmer des Wertkreises erweitert und als Qualifizierungskursus mit dem Titel „Umgang mit Kleinkindern“ durchgeführt. Für die Jugendlichen ist es wichtig, ein Zertifikat zu erhalten“, betont Schafmeister. Die meisten werden in der Vermittlungskartei des Droste-Hauses als Babysitter aufgenommen. Außerdem könne die Qualifikation einen ersten Schritt ins Berufsleben darstellen.

Familienbildungsstätte betritt kein Neuland

„Inklusion ist für uns kein Neuland“, sagt Tanja Butterweck, Leiterin der Familienbildungsstätte. Das Zusammenführen von Menschen mit und ohne Handicap ist im Droste-Haus kein Alltagsgeschäft, aber auch nichts Exotisches. „Wenn wir rechtzeitig informiert werden und genügend zeitlichen Vorlauf bekommen, können Behinderte unsere Angebote genauso nutzen wie Menschen ohne Einschränkungen“, hebt Butterweck hervor. Das gelte für Kurse für Erwachsene wie auch für Kinder und Jugendliche.

Tanja Butterweck: „Selbstverständlich gibt es Grenzen des Machbaren. Aber wenn die Anfrage kommt, versuchen wir möglich zu machen, was möglich ist.“

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