Ein Schüler-Ausflug der besonderen Art
Bild: Ebbesmeyer
17 Jungen der Klasse 9 tc der Realschule sind am Freitag mit einem Segelflugzeug in die Luft gegangen. Ihr Kommentar: "einfach genial".
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17 Jungen der Klasse 9 tc der Realschule machen sich mit ihren Lehrern Karl Marxcord und Marlies Küthe zu ihrem zumeist ersten Segelflug auf. Das Urteil danach fällt rasch und eindeutig aus: „echt geil!“

Dass die Neuntklässler in den Genuss des Segelfliegens kommen, liegt an ihrer Fächerwahl. Der Differenzierungskursus Technik sieht nach Angaben von Lehrer Marxcord den Bereich „Flug und Fliegen“ im Stoffverteilungsplan vor. „Außer der ganzen Theorie werden zwei Klassenarbeiten über Thermik, Physik und Co. geschrieben. Außerdem bauen die Schüler Kleinsegler“, erläutert Marxcord, der seit 2000 Kontakt zur Segelflugschule Oerlinghausen hat und den Flugplatz seit 2004 regelmäßig mit seinen Technikschülern ansteuert.

Gut vorbereitet in die Praxis

In einem Flugsimulator hatten die Schüler Mitte Mai bereits üben können. Und beim so genannten „Briefing“ am Freitagmorgen wissen sie auch mit Begriffen wie Aufwind, Höhenmesser, Variometer und Funkgerät etwas anzufangen. „Genauso wichtig ist allerdings das Wissen um den Gebrauch des Rettungsfallschirms“, betont Hans-Joachim Barakling, einer der zwölf erfahrenen Flieger, die den Gästen eine Einweisung in Fluggerät und Sicherheitsanforderungen geben.

Barakling erläutert etwa Kai Meister, wie man im Fall des Falles („das wird zwar nie passieren, aber wir müssen es erklären“) aus der Doppelsitzerkabine hinauskommt, zum Sprung ansetzt und den Fallschirm handhabt. „Rechte Hand am linken Griff“, demonstriert Barakling.

Dustin Meister lächelt, als er wieder festen Boden unter den Füßen hat. „Geil, echt geil“, sagt er begeistert. „Den Start hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Ansonsten war es ein wenig holprig, aber es war auch viel zu sehen“, meint der Realschüler, der „nur ein wenig Ohrendruck“ verspürt hat.
In der Maschine nebenan – genutzt werden Schulungsdoppelsitzer des Typs „ASK 21“ – machen sich gerade Timo Großeschallau und sein Flugbegleiter Christoph Schneider startklar. „Ich war vergangenes Jahr schon dabei“, sagt Timo. Er kann den Start kaum erwarten. Der erfolgt mittels einer Seilwinde über eine Distanz von 800 Metern. „Die Winde wird unter dem Flieger eingeklinkt. In zwei, drei Sekunden kommt man von Null auf Hundert“, erklärt Fluglehrer Helmut Gerbig. In 400 Metern Höhe werde dann ausgeklinkt.

Da es am Freitagmorgen jedoch recht kühl war, können die Flieger jedoch nicht den „thermischen Aufwind“ nutzen. Sie müssen mit dem „Aufwind am Hang“, also jenen am Teuto, Vorlieb nehmen.

Mehr zu diesem Thema auf der Verler Seite in der „Glocke“ vom 28. Mai.

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