Eltern fordern eine schnelle Lösung
Bild: Ackfeld
Und schon rauscht wieder ein Lastwagen ins Bild: Mit der Situation an der Paderborner Straße in Bornholte sind (v. l.) Katharina Feldmeyer, Jasmin Kammertöns, Mathis, Britta Brock, Louis, Louis, Michaela Stammeier, Hannah, Kristina, Yagmur, Aysegül Tonyali und Nehir überhaupt nicht zufrieden. Die Straße zu überqueren, sei gefährlich. Und die Bushaltestelle ist in einem schlechten Zustand.
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Insgesamt sind es 15 Jungen und Mädchen, die Tag für Tag an der Ecke von Bergstraße und Paderborner Straße in Bornholte in den Bus steigen. Die Eltern haben nun den Kaffee auf. Sie fordern, dass die Situation im Kreuzungsbereich endlich verbessert wird. Nicht nur für die Schulkindern, sondern für alle Verkehrsteilnehmer. Der Unfall mit einem Toten am Dienstag ist für sie nur ein Beispiel von vielen.

„Die Situation dort ist insgesamt sehr gefährlich“, sagt Britta Brock. Sie ist eine von mehreren Müttern, die die Sache nun in die Hand nehmen und versuchen, eine Verbesserung zu erreichen. Bürgermeister Michael Esken haben sie schon angeschrieben. Das Stadtoberhaupt nimmt die Probleme der Eltern ernst. „Dass die Stelle kritisch ist, ist klar“, sagt er im Gespräch mit der „Glocke“. Allein: Die Stadt kann in diesem Bereich nicht schalten und walten, wie sie will. Denn dort trifft eine Kreis- auf eine Landesstraße.

Überlegungen, den Kreuzungsbereich zu verändern, gibt es schon seit Jahren. Auch die CDU hatte sich schon mit dem Thema beschäftigt. Eine Lösung gibt es bisher nicht. Zuständig ist vor allem der Landesbetrieb Straßen NRW. „Aber die Stadt könnte auch mal etwas machen“, sagt Katharina Feldmeyer und denkt dabei an ein Wartehäuschen auf der Straßenseite, wo Straßen NRW sein Salzlager hat. Derzeit gibt es dort nichts. Nicht einmal eine Lampe. Nur ein trauriges Bushaltestellenschild.

Die Mädchen und Jungen stehen derzeit im Dunkeln und warten. „Ich kann die Kinder nicht erkennen, wenn ich auf der anderen Straßenseite stehe“, sagt Jasmin Kammertöns bei einem Ortstermin. Ein Lastwagen rauscht gerade vorbei. Man versteht sein eigenes Wort kaum. „Ich sehe auch nicht, ob da irgendwo ein Ast ist“, sagt Hannah. Sie fühlt sich nicht wohl, wenn sie auf den Bus wartet.

Die Eltern haben klare Vorstellungen, was passieren müsste: Eine Querungshilfe muss aus ihrer Sicht her. Außerdem sollte die Bauhaltestelle beleuchtet werden. Auch ein Wartehäuschen fehlt. Zumal an der Stelle Autos und Lastwagen mit 70 Kilometern in der Stunde vorbeidonnern. Dieses Tempo ist dort erlaubt, viele fahren schneller. Die Eltern fordern eine Begrenzung auf 50 Kilometer in der Stunde.

Das Problem mit der Bushaltestelle ist eine Folge der Gründung der Verler Gesamtschule. Denn es gibt Eltern, die die Realschule vorziehen. Und die schicken ihre Kinder dann nach Hövelhof. Früher wurde die Bushaltestelle kaum genutzt. „Nachdem ich schon bei den letzten schlimmen Unfällen mehrere Instanzen ohne Erfolg angeschrieben und schon angemerkt hatte, ob erst noch mehr geschehen müsse, bevor etwas an der unhaltbaren Situation geändert wird, fordere ich Sie nun noch einmal dazu auf, diese Gefahrenstelle endlich zu sichern“, schreibt Britta Brock. Adressat: die Stadt Verl.

„Wir sind in Kontakt mit Straßen NRW, um irgendwann eine Lösung zu präsentieren“, sagt Bürgermeister Michael Esken. Das aber dürfte noch dauern. Ob Hannah dann noch zur Schule geht, ist fraglich.

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