„Es wird negativ Stimmung gemacht“
Bild: Steinecke
Die Union redet Klartext. Der Stadtverbandsvorsitzende Matthias Humpert kritisiert Paul Hermreck.
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Paul Hermreck scheine seine Abwahl noch immer nicht überwunden zu haben, schreibt Matthias Humpert in einer am Montag verbreiteten Erklärung anlässlich der Bürgermeisterwahl vor heute genau einem Jahr. „Der Versuch, sich in Ermangelung eines Ratsmandats über das Ticket der FDP als sogenannter sachkundiger Bürger im Bauausschuss betätigen zu wollen, verstärkt diesen Eindruck ebenso, wie das kontinuierliche Bestreben, über die sozialen Medien negativ Stimmung zu machen“, schreibt Humpert.

„Ich habe den Eindruck, dass Paul Hermreck seine Abwahl als Betriebsunfall wahrgenommen hat. Viele Jahre habe ich ihn für seine gute Arbeit geschätzt, sein jetziges Verhalten ist allerdings nur noch schwer nachvollziehbar. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm in politischen Gremien ist für viele Beteiligte, auch außerhalb der CDU-Fraktion, unter diesen Umständen nicht vorstellbar.“

Durchaus als Spitze gegen Paul Hermreck zu werten, ist diese Passage der Mitteilung: „Michael Esken arbeitet die vielfältigen Themen mit großem Einsatz ab und öffnet dabei Türen, die uns Verlern bei der interkommunalen Zusammenarbeit in jüngerer Zeit zunehmend verschlossen waren. Bei der Frage der Erschließung von Gewerbeflächen ist bereits zu erkennen, wie sehr sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Kreis auszahlen kann“, schreibt Matthias Humpert.

Und auch Jan Böttcher bekommt sein Fett weg. Der Ratsherr war Ende August von der CDU zur FDP gewechselt und hatte sich im vergangenen Jahr offen zu Paul Hermreck bekannt und sich damit gegen die Mehrheit der Union gestellt. „Mit Befremden haben wir zur Kenntnis genommen, dass der Wechsel von Jan Böttcher von der CDU zur FDP als besonders konsequentes Verhalten dargestellt wurde. Gradlinig wäre es gewesen, auf das Ratsmandat zu verzichten“, schreibt Matthias Humpert.

„Die Wähler im Bezirk 14 haben Jan Böttcher als Vertreter der CDU gewählt – im Glauben er mache CDU-Politik im Sinn des Wahlprogramms. Sie haben ihn nicht als FDP-Vertreter gewählt“, schreibt Matthias Humpert. Sein Vorgehen sei zwar rechtens, aber bezogen auf das in ihn gesetzte Wählervertrauen nicht konsequent. So bleibe abzuwarten, ob die neue FDP-Fraktion, die jetzt jährlich die Verler Bürger mehr als 10 000 Euro Fraktionszuwendungen zusätzlich koste, auch durch inhaltliche Arbeit auffallen werde.

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