Für den Umweltschutz in die Karibik
Bild: Tschackert
Dem Plastik den Kampf ansagen wollen Anne Schulte, Projektleiterin, und Teilnehmerin Lisa Lotz. Beim Jugendaustausch mit der Dominikanischen Republik steht die Umwelt im Mittelpunkt. 
Bild: Tschackert

Los geht es am 9. August. Das Thema „nachhaltiger Konsum“ steht auf der Agenda ganz oben. „Natürlich haben die Menschen in der Dominikanischen Republik andere Sorgen als wir hier“, macht sich Lisa Lotz keine Illusionen.

Tropensturm überschwemmt Strände mit Plastikmüll

Aber die 18-Jährige weiß auch, dass sich in dem Urlaubsland in Sachen Umweltschutz einiges ändert und geändert hat, seit zahlreiche Strände im vergangenen Jahr nach einem Tropensturm mit Plastikmüll überschwemmt worden sind. „Vereine haben sich gegründet, Bürgerinitiativen, die die Strände sauber halten und Kunststoffmüll einsammeln.“

Eine dieser Organisationen ist „Juventud Cooperativa“, mit der das Droste-Haus jetzt erstmals im Rahmen eines Austauschprojekts zusammenarbeitet. „Eine weitere ist ein Alumni-Verein der freien Universität Santo Domingo“, ergänzt Anne Schulte, die die Leitung des Projekts inne hat.

Nachhaltige Produktion von Konsumgütern und Upcycling

14 Tage werden die Jugendlichen in der dominikanischen Hauptstadt an Umweltprojekten arbeiten. Theoretisch, aber vor allem praktisch. „Das unterscheidet diesen Austausch von anderen“, erklärt Lisa. Oft gehe es in erster Linie darum, das Land kennenzulernen. Andere Themen träten in den Hintergrund. „Das ist hier anders.“

Das Programm ist ambitioniert. Nach kurzer Erholungsphase bei den Gastfamilien geht es gleich ans Eingemachte, wenn sich die Einheimischen und Deutschen über die nachhaltige Produktion von Konsumgütern und Upcycling Gedanken machen werden.

Beim Joggen am Strand Müll sammeln

Plastic-Jogging an den Stränden der Hauptstadt steht ebenso auf dem Programm wie der Bau einer kleinen Mikroplastik-Filteranlage. „Ich setze da ganz eindeutig auf die Unterstützung von Simon Lütkebohle. Er ist der zweite Leiter, der beim Austauschprojekt dabei ist“, sagt Anne Schulte.

Plastikvermüllung von Stränden ist besonders für den Karibikstaat, der vom Tourismus lebt, Gift. Dass nicht nur Club-Urlaub, sondern mittlerweile auch ökologisch und damit sanfter Tourismus auf der Insel betrieben wird, schaut sich die Gruppe auf der Halbinsel Samaná an, die für die Walbeobachtung bekannt ist. Freizeit ist mit einer Kanutour durch den Nationalpark Los Haitises geplant.

Umweltgedanke spielt tragende Rolle

Für Anne Schulte ist dieser Jugendaustausch eine Herzensangelegenheit, „weil dort der Umweltgedanke eine tragende Rolle spielt und es der erste internationale Austausch mit der Dominikanischen Republik ist.“

Der Zeitpunkt ist perfekt: Das Interesse der Jugendlichen ist groß. Angedacht wurde das Projekt deutlich bevor Schüler bei den Fridays-for-Future-Demonstrationen für den Klimaschutz auf die Straßen gingen und Greta Thunberg von der Einzelkämpferin zur Klima-Ikone aufstieg.

Treffen bereiten Jugendliche auf Reise vor

150 Jugendliche, die bereits mit dem Droste-Haus eine Jugendbegegnung mitgemacht haben, schrieb die Einrichtung an. Ein Drittel meldete sich, wovon wiederum 30 übrigblieben. Die Jugendlichen mussten ihr Interesse an Umweltthemen und ihre Motivation glaubhaft machen.

Zehn fliegen jetzt auf die Karibik-Insel. Allerdings nicht unvorbereitet. Bei mehreren Treffen machte sich die Austauschgruppe Gedanken, unter anderem über den eigenen ökologischen Fußabdruck, den sie mit Pflanzaktionen vor Ort ein wenig verkleinern wollen.

„Flug ist kontraproduktiv“

„Der Flug ist unter ökologischen Aspekten natürlich kontraproduktiv“, wissen Anne Schulte und Lisa Lotz. Aber bei dem Projekt geht es auch darum, ein Zeichen zu setzen. Deswegen sind viele kleinere Ökoprojekte geplant. So werden Jute-Taschen mit Informationsmaterial an der Universität in Santo Domingo verteilt.

Von Seiten des Karibikstaats nehmen vor allem Veterinär- und Agrarwissenschaftsstudenten teil, die im kommenden Jahr vom 25. Juli bis zum 9. August zum Gegenbesuch nach Verl reisen werden. „Dann werden wir viel mit dem Fahrrad machen“, kündigt Anne Schulte an. In der Zwischenzeit werden sich die Jugendlichen monatlich treffen, um weiter an den Projekten zu arbeiten.

Erste Jugendbegegnung mit Dominikanischer Republik

Das Klimaschutzziel Nummer neun – nachhaltiger Konsum – der Agenda 2030 hat Anne Schulz ins Zentrum der ersten Jugendbegegnung mit der Dominikanischen Republik gerückt.

Mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Rahmen des Weltwärts-Programms und der Entwicklungsinitiative Global Engagement wird der Jugendaustausch gefördert.

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