Gitarre spielen zu lernen wird einfacher
Bild: Steinecke
Gut gelaunt erklärt Dominik Symann (links) die Vorteile seines Two-String-Kapus. Für Testperson Manfred Schäfer ist es der zweite Versuch, Gitarrespielen zu lernen. Durch das kleine Hilfsmittel werden die Anfänge deutlich erleichtert.
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Manfred Schäfer ist der ideale Tester. Vor zirka acht Jahren hat er sich eine Gitarre gekauft. Der erste Versuch an der Volkshochschule dauerte nur eine Stunde. Und auch der zweite Anlauf mit dem Gitarrenlehrer scheiterte. Anschließend stand das Instrument in der Ecke. Dominik Symann weiß, woran es liegt, dass viele Neulinge so schnell aufgeben. „Die Lernkurve bei der Gitarre ist am Anfang sehr flach.“ Als Manfred Schäfer von der Spielhilfe hörte, sagte er spontan zu.

Two-String-Kapu heißt das kleine Kunststoffdreieck von Dominik Symann. Es wird unter die beiden kleinen Saiten einer Gitarre geklemmt. Das hat denselben Effekt, als wenn die Saiten mit den Fingern gedrückt werden. Der Vorteil: An der Griffhand reichen nun Zeige- und Mittelfinger zum Spielen. Der Ringfinger und der kleine Finger haben Pause. Gitarrespielen ist koordinativ anspruchsvoll. Die linke Körperseite macht andere Bewegungen als die rechte. Außerdem fehlt die Kraft in den Fingern, und wenn die Griffe zu ungenau sind, klingen die Saiten nicht richtig. „Es hat sich bei mir auch nie so angehört, als ob es zusammengehört“, berichtet Manfred Schäfer über seine Erfahrungen.

Erst einmal die Gitarre gestimmt und dann legt unser Testkandidat los. Schnell ist für den 51-Jährigen klar: „Boah, ist das einfach. Geniale Idee. Man muss sich fast nur auf eine Hand konzentrieren.“ „Wonderwall“ von Oasis steht im Liederheft. Dominik Symann stimmt an. Schäfer: „Das möchte ich um 13 Uhr auch spielen können.“ So schnell geht es dann doch nicht. Greifhand und Anschlaghand müssen zusammenspielen. „Bruder Jakob“ reicht fürs Erste. Am besten gleich mit Gesang. Um sich dran zu gewöhnen, wie Dominik Symann findet.

„Ein Rhythmus zur Unterstützung würde mir helfen“, sagt Manfred Schäfer mit fragendem Blick. Dominik Symann nickt wissend. Auf der Internetseite www.acoustic-academy.de gibt es Beats zur Begleitung. Manfred Schäfer läuft warm. Die Anschlaghand schwingt im Sechzehntel-Takt. Jetzt muss sie nur noch im passenden Moment die Saiten berühren. Noch etwas hakelig, aber es klingt. „Eine Menge der schiefen Töne sind weg“, so Schäfer. Der Grundstein ist gelegt. Jetzt muss geübt werden. Manfred Schäfer hat auf jeden Fall den Spaß am Gitarrespielen wiederentdeckt. „Ich bleibe am Ball. In vier Wochen schicke ich dir ein Video“, sagt er zu Dominik Symann.

Lesen Sie weiter in der Samstags-Ausgabe der „Glocke“.

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