Gottesdienst im Supermarkt
Bild: Steinecke
Kein Gotteshaus, aber doch Ort eines Gottesdiensts: Im Elli-Markt in Sürenheide plant Diakon Arthur Springfeld einen Wortgottesdienst – am Dienstag, 9. April, um 19 Uhr im Eingangsbereich.
Bild: Steinecke

„Ich bin mal so mutig, die Kirche zu verlassen“, sagt der Diakon. Vorbild sind unter anderem die jüngsten Aktionen der evangelischen Kirche wie die Taufe im Freibad oder demnächst das Heiraten auf dem Verler Leben.

Besucherzahl in Kirche überschaubar

In Sürenheide organisiert Springfeld seit drei Jahren zusammen mit einem vierköpfigen Team Wortgottesdienste in der St.-Judas-Thaddäus-Kirche. Die Besucherzahl dort ist überschaubar. Außerdem handele es sich stets um die gleichen Leute.

Die „Komm-Kirche“, wie Arthur Springfeld sie nennt, sei ein Auslaufmodell. „Man muss einen Weg finden, wie man an die Leute herankommt. Jesus hat ja auch nicht in der Synagoge gewartet, bis jemand vorbeigekommen ist. Der ist zu den Menschen raus gegangen“, erklärt Springfeld. Eine Vorgehensweise, die er bei der heutigen Kirche vermisse. „Man wird solche Aktionen ausweiten müssen.“

Zahl der Priester sinkt

Zumal im pastoralen Raum Verl-Schloß Holte-Stukenbrock die Zahl der Priester zurückgehe und damit auch die Menge der Gottesdienste. Im kommenden Jahr gehe Pastor Joachim Cruse aus Kaunitz in Rente. Einige Zeit später treffe das auch auf Pastor Markus Korsus in Sürenheide zu.

Die Wortgottesdienste in Sürenheide finden jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat statt. Arthur Springfeld möchte sein Angebot an ungewöhnlichen Orten gern ausweiten. Achtmal im Jahr ist das während seiner Gottesdienste möglich. Die restlichen Wortgottesfeiern finden wie gewohnt in der Kirche statt.

Gottesdienst im vorderen Bereich des Markts

Und am kommenden Dienstag findet der Auftakt also zwischen Dosenerbsen und Ketchup-Flaschen statt? Arthur Springfeld schüttelt schmunzelnd den Kopf. „Im Geschäft ist ja alles vollgestellt. Da erreicht man doch niemanden“, nennt er den Grund. Vorn im Eingangsbereich zum Markt ist ausreichend Platz.

Der Wortgottesdienst wird in dem Bereich gehalten, den die Stadt als Eigentümerin der Immobilie eigentlich für ein Geschäft vorgesehen hat. Ein Interessent für diese Fläche wurde bisher noch nicht gefunden. Als Arthur Springfeld bei der Stadtverwaltung sein Vorhaben vorstellte, erhielt er sofort eine Zusage. Auch der Leiter des Supermarkts hatte keine Einwände. „Mal schauen, wie es ankommt.“

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