Grundsteuern sollen 2018 sinken
Bild: Ackfeld
Ein aus ihrer Sicht solides Zahlenwerk präsentierten am Dienstag Bürgermeister Michael Esken (links), Barbara Schmidt, Leiterin des Fachbereichs Finanzen, sowie der Kämmerer und Erste Beigeordnete Heribert Schönauer im Verler Rathaus.
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Das haben Bürgermeister Michael Esken und Kämmerer Heribert Schönauer verkündet. Der Plan der Verwaltung: Sowohl die Grundsteuer A als auch die Grundsteuer B sollen um rund 13 Prozent sinken. Die Stadt kalkuliert deshalb mit Mindereinnahmen in Höhe von 11 523 Euro bei der Grundsteuer A, die vor allem Landwirte für ihre Felder zahlen, sowie 322 304 Euro für die Grundsteuer B, die alle Hausbesitzer und – über die Nebenkostenabrechnung – auch Mieter entrichten müssen.

Die Grundsteuer B werde von jedem Bürger und von jeder Firma gezahlt. „Deshalb ist eine Senkung der Steuer eine Maßnahme, von der alle profitieren“, erklärte Bürgermeister Michael Esken. Möglich macht dieses Projekt die neue Landesregierung. Die Einstellung des Kommunalsolis führt dazu, dass die Stadt 4,2 Millionen Euro weniger abführen muss. Das ist ein Großteil der Summe, die nun als Plus ausgewiesen wird.

„Wir haben einen positiven Haushalt, die Finanzlage lässt es zu. Wir lassen das Geld lieber in den Händen der Bürger, als es Finanzdienstleistern als sogenannten Strafzins zu überweisen“, so Esken weiter.

Die Abschaffung des Kommunalsolis ist ein Grund, warum sich die Kommune die Senkung der Steuer locker leisten kann. Der andere ist die Großwetterlage, wie Esken es nennt. „Nur scheint die Sonne in Verl noch etwas mehr“, so das Stadtoberhaupt. Gemeint ist die wirtschaftliche Situation in Deutschland und in Verl im Speziellen. Mit 50 Millionen Euro Gewerbesteuer kalkuliert die Stadt im kommenden Jahr. 2017 waren es noch 42 Millionen Euro gewesen. Und selbst die 50 Millionen Euro sind ein Wert, der noch mit Vorsicht zu genießen ist.

Denn schon 53 Millionen Euro führten die Unternehmen 2016 an die Stadt ab. Das ist nichts im Vergleich zu diesem Jahr: Kämmerer Heribert Schönauer geht von 66,3 Millionen Euro aus. Mehr hat die Stadt noch nie an Gewerbesteuer eingenommen. Kein Wunder, dass Michael Esken sagt: „Uns geht es gut. Und wenn wir klagen, dann auf hohem Niveau.“

Und dennoch mahnt die Verwaltungsspitze zur Vorsicht. „Wir sollten das Geld nicht mit vollen Händen ausgeben“, sagt Heribert Schönauer. Heißt frei übersetzt: So, wie die Verwaltung das kommende Jahr plant, passt schon alles. Teure Anträge sollten sich die Politiker sparen. Schließlich soll es nicht nur beim Plan bleiben, ein Plus zu erzielen.

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