Gymnasium wird zur Langzeitbaustelle
Bild: Munkelt
Was Architekt Heinz Eustrup am Verler Gymnasium neu anbauen will, hat er in seinem Modell in Hellgrün hervorgehoben.
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Sie stellten sich gegen den Favoriten des Verwaltungschefs und seiner Mitarbeiter. Während letztere den Bau eines Würfels in Ergänzung zur Architektur der Mensa nach dem Vorschlag von Stefan Rapp präferierten, zogen Sozial- und Christdemokraten das Modell des PBR-Planungsbüros Rohling vor. Nicht nur, dass diese Variante etwa eine Million Euro teurer sein dürfte – sie gleicht auch noch einer Operation am offenen Herzen. Denn während Rapp mit seinem Anbau den laufenden Schulbetrieb kaum stören dürfte, wird die Rohling-AG die Schule binnen zwei Jahren auf links drehen. Dennoch: Selbst am Gymnasium favorisiert man diese Idee. „Wir wissen, auf was wir uns da einlasen“, sagt Rektor Max Bracht.

Vor- und Nachteile der drei Entwürfe, die aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangen sind, hat bereits Baukostenmanager Wolfgang Benesch vor einigen Wochen dargelegt. Umso größer wirkte die Überraschung von Bürgermeister und seiner CDU-Fraktion, wie man sich gegenseitig so unterschiedliche Ansichten präsentierten konnte. Letztlich wird noch der Stadtrat über die Entwürfe abstimmen müssen. Eine deutliche Tendenz aber war während der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umwelt- sowie des Schul-, Sport- und Kulturausschusses deutlich zu erkennen. Lediglich FDP und FWG folgten dem Vorschlag von Hermreck und der Verwaltung, Variante drei zu wählen.

Kernstücke des Architektenentwurfs von Heinz Eustrup (Rohling-AG) sind ein Anbau an der Ostseite des Gymnasiums sowie die Schaffung einer zentralen Pausenhalle. Die in allen drei Etagen südverglaste Aufenthaltsgelegenheit soll einen Mangel beheben, an dem die Einrichtung am Kühlmannplatz nach Ansicht der Experten krankt: das Fehlen eines identitätsstiftenden zentralen Punkts. Die neue Halle soll das lichtdurchflutete Herzstück sein. Eine offene Haupttreppe führt in die Obergeschosse, wo mit dem Anbau – ebenso wie im Erdgeschoss – eine ringförmige Erschließung aller Räume eingeführt wird, die kürzere Wege und eine gute Übersichtlichkeit bieten soll. Außerdem werden in der zweiten Etage die dringend benötigten, neuen Klassenzimmer gebaut.

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