Heideflieger haben Zukunftssorgen
Bild: Ibeler
Kunstfliegen will gelernt sein. Was so einfach aussieht, ist nur durch regelmäßiges Training möglich. Jan Görlich (links) und Fabian Martin haben den Bogen mittlerweile heraus.
Bild: Ibeler

Die Heideflieger scheitern an zwei Hürden: Einerseits liegt das Gebiet in einem Landschaftsschutzgebiet, andererseits hat die Untere Landschaftsbehörde immissionsschutzrechtliche Bedenken, wie der Kreis auf Anfrage der „Glocke“ erklärte. „Gegen den beantragten Modellflugplatz im Außenbereich von Verl sprechen aus Sicht des Kreises Gütersloh wichtige naturschutzfachliche Gründe“, teilte der Kreis mit. Die Fläche liege im Landschaftsschutzgebiet Senne. Dort seien Modellflugaktivitäten grundsätzlich verboten. Die betroffene Fläche sei zudem in besonderer Weise geprägt durch Wald, Hecken, Baumreihen, Baumhecken, Grünland und Ackerflächen, die die Artenvielfalt deutlich begünstigten, so der Kreis weiter. Auch einen anderen Standort sieht die Verwaltung im Kreis Gütersloh nicht. „Unsere Abteilung Umwelt hat intensiv nach einem alternativen Standort für die Heideflieger gesucht. Da unser Kreisgebiet jedoch stark zersiedelt ist, ist die Einrichtung eines Modellflugplatzes an anderer Stelle auch aus immissionsschutzrechtlichen Gründen durch angrenzende Wohnsiedlungen äußerst schwierig“, teilt der Kreis mit. Er verweist auch auf die bereits bestehenden sieben Modellflugplätze, die die Ausübung des Sportes ermöglichen würden.

Bei einer Ausstellung Kaunitz hat der Verein gezeigt, wie vielfältig das Hobby ist.

Samstag und Sonntag fand zum 40-jährigen Bestehen des Vereins in der Ostwestfalenhalle Kaunitz eine Ausstellung und Börse statt. Dort zeigten zahlreiche junge Piloten auf einer Flugshow in einem abgetrennten Teil der Halle ihr Können. „So einfach wie das aussieht, ist es nicht“, gab der 14-jährige Fabian Martin zu. Er war mit seinen Kollegen Jan Görlich und Marlon Hafemann extra aus Lehrte angereist, um Kunstfliegen zu präsentieren.

Sehr zur Freude der Besucher, die mit Applaus die Leistungen der Jugendlichen belohnten. Auch am Computer mit Flugsimulator-Programm drängten sich viele junge Besucher. „Modellflug ist ein lehrreiches und faszinierendes Hobby“, brachte es Josef Dreier auf den Punkt. Der Polizeibeamte würde sich wünschen, dass der Modellflugsport noch viel mehr Jugendliche erreicht.

Zunächst aber müssen die Heideflieger das eigene Überleben sicherstellen. Dem Verein war die Genehmigung für die Errichtung eines Flugplatzes vom Kreis untersagt worden („Die Glocke“ berichtete). Das Stammgelände liegt seit 1989 in Espeln. Der Pachtvertrag dort war aber gekündigt worden. Mit dem Abschluss der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen ist zunächst einmal unklar, wie es weitergeht.

94 Mitglieder hat der Verein, der sich in den vergangenen Jahren mit seine gute Jugendarbeit einen Namen gemacht hat. Von der Zukunftsangst haben die Besucher aber nichts mitbekommen. Die Modell-Truck-Interessengemeinschaft Schloß Holte mit ihren Baggern, Lastwagen oder anderen ferngesteuerten Fahrzeugen lockte nicht nur kleine Gäste an. Manfred Symann, jahrelanger Leiter der Dorfgemeinschaft Kaunitz und früherer Modellflugzeugbauer, war besonders von der Ausstellung der verschiedenen Flugzeuge begeistert. Sehenswert waren sie alle: ob das Modell FW 190 aus dem Jahr 1943 oder der gelbe Hingucker Ultimate von 2011. Außerdem waren Hubschrauber, Segelflugzeuge, Elektrosegler, Kunstflugzeuge und Scate-Modelle zu bestaunen.

SOCIAL BOOKMARKS