Heimatverein geht auf die Schulen zu
Bild: Tschackert
Eine intensivere Zusammenarbeit mit den Verler Schulen wünscht sich der Heimatverein. Deshalb haben die Aktiven eine Informationsinitiative gestartet. Michael Schwan, Annette Kröning und Mathias Holzmeier (v. l.) wollen bei Schülern und Lehrern auf einen stärkeren Bezug zur Stadt Verl im Unterricht hinarbeiten. Sie haben konkrete Angebote entwickelt.
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Die Aktiven machen konkrete Vorschläge, auf welche Weise der Heimatverein und die Schulen von der Primar- bis zur Oberstufe beim Thema Heimatkunde zusammenfinden können. Da ist etwa das neue Heimatlabor mit seinem Multimedia-Touchscreen, wo Informationen, Dokumente und Führungen gebündelt sind. Die thematische Bandbreite der Angebote ist so umfassend wie die Arbeitsbereiche des 1910 gegründeten Vereins selbst. Es beginnt mit der historischen und kulturellen Entwicklung der Stadt, reicht über vorindustrielle Produktionsprozesse, wie sie in der Knopfmanufaktur Dolleschell mit Führungen von Michael Schwan begleitet werden, und reicht bis zur Auseinandersetzung mit der Geschichte hiesiger Unternehmen als Einblick in die Wirtschaftsentwicklung.

Die Erinnerungskultur ist ein weiterer Schwerpunkt. „Gerade beim Thema NS-Zeit ist neben dem geschichtlichen Überbau im Unterricht der lokale Bezug vor Ort wichtig, um Geschichte zu begreifen“, sagt Ortspfleger Matthias Holzmeier. Schriften des Heimatvereins sind in den Fachräumen der weiterführenden örtlichen Schulen sogar in doppelter Klassensatzstärke vorhanden. „Richtig eingesetzt, stellen sie für Lehrer eine enorme Arbeitserleichterung dar“, weiß Bernhard Klotz, ehemaliger Hauptschulleiter. Das Dilemma sei nur: Viele Lehrer wüssten nicht um die Möglichkeiten Bescheid, oder „Angebote werden in Wellen nachgefragt, wie beim Thema ‚Schule früher‘“, ergänzt Annette Kröning. Das soll sich mit der aktuellen Initiative des Heimatvereins ändern, damit der Bezug der Verler Schüler zu ihrem Heimatort erhalten bleibt. Darauf kommt es dem Heimatverein nämlich in erster Linie an.

Bei den Unterrichtsmaterialen liegt der Schwerpunkt auf den Grundschulen. Das im vorigen Jahr veröffentlichte Mitmachheft für Kinder „Wir entdecken Verl“ in einer Auflage von 170 Exemplaren ist inzwischen fast vergriffen, wie die Autorin Annette Kröning berichtet. Die Lehrerin von der Georgschule in Sürenheide kennt die Bedürfnisse ihrer Kollegen genau. Deswegen hat sie mit Herbert Kleinhans Unterrichtsvorlagen – hauptsächlich für den Sachkundeunterricht – digitalisiert und als Dokumente auf die Internetseite des Heimatvereins gestellt. Das soll aber erst der Anfang sein, betont Kröning: „Lehrer, die uns ihre Arbeitsblätter zur Verfügung stellen möchten, sind aufgerufen, dies zu tun.“ Sie kann sich vorstellen, auf diese Weise eine Online-Datenbank zum Thema „Stadt Verl“ aufzubauen.

Schon jetzt werden einige Themen abgedeckt. So gibt es in der Online-Arbeitsblattsammlung Miniposter, die die Wappen Verls und einiger Ortsteile zeigen, Karten, die die Ortsentwicklung von 1800 bis heute nachzeichnen, und aufbereitete Leseblätter mit Kontrollfragen zu Themen wie Besiedlung, Kirchenbau von St. Anna oder Kinderspiele um 1900.

„Viele Lehrer sind mit dem Ort, an dem sie unterrichten, nicht vertraut“, sagt Annette Kröning. Genau an dieser Stelle möchte der Heimatverein Pädagogen abholen. Thematisch wie methodisch. So können unterrichtsbezogene Führungen für Klassen verabredet werden. Außerdem bietet der Heimatverein Beratung und die Begleitung von Projektarbeiten bis hin zur Möglichkeit, die Ergebnisse im Heimathaus auszustellen, an. Mit Annette Klotz, Bernhard Klotz, Winfried Schulte und Wolfgang Eckholt sind ehemalige Lehrer im Verein mit den Themen befasst.

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