Herzhaftes Lachen ist garantiert
Unterhaltsamer Nahkampf: (v. l.) Anja Hennig, Jenny Schimmel, Günter Schlangenotto und Maria Schröder von der Kolping-Spielschar glänzten wie das gesamte Ensemble in ihren Rollen.

Regisseur Helmut Heinemeier nimmt das Verler Publikum mit auf eine Zeitreise in die 80er-Jahre. Das Leben in der beschaulichen Kleinstadt verläuft in gemächlichen Bahnen. Das digitale Zeitalter steckt noch in den Kinderschuhen, das Rathaus ist noch aus Amtsstuben zusammengesetzt.

Die nächste Bürgermeisterwahl ist nicht eine Frage des „Wer wird es?“, sondern des „Wie hoch gewinnt er?“. Wenn da nur die investigativ operierende Presse in Form von Klatschreporterin Hilda Klappmann nicht wäre. Wundervoll Jenny Schimmel als die trampelige Lokalreporterin, die hinter jeder Ecke die Skandalgeschichte wittert, die ihr den Pulitzerpreis einbringen soll.

Weitere Termine: Samstag, 3. März, 19.30 Uhr; Sonntag, 4. März, 15.30 Uhr und 19.30 Uhr; Samstag, 10. März, 19.30 Uhr; Sonntag, 11. März, 15.30 Uhr und 19.30 Uhr; Samstag, 17. März, 19.30 Uhr; und Sonntag, 18. März, 15.30 Uhr. Alle Aufführungen finden in der Aula der Realschule Verl statt.

Wen wundert es, dass ihr bisweilen die Pferde durchgehen – aus Mücken werden Elefanten. Wer hat jetzt nun wem was erzählt, oder was wurde überhaupt erzählt? Wurde überhaupt etwas erzählt? Und was hat Gertrud Bornemann damit zu tun, die Frau des Bürgermeisters Oskar Bornemann?

Um das Verwirrspiel zu vollenden, bedarf es natürlich eines Knotenpunkts. Günter Schlangenotto brilliert hier als der unbedarfte Sekretär Walter Schreiber. Ihm ist die Rolle wie auf den Leib geschneidert. Er fügt sie in perfekter Manier in das authentische Bühnenbild ein. Als Zuschauer riecht man förmlich den Muff der dahinsiechenden Akten-Aristokratie. Das lakonische Mienenspiel von Günter Schlangenotto tut ein Übriges. Da wünscht man sich beinahe, dass das Verhältnis mit der schönen Aushilfssekretärin Ida König (Anja Hennig) Wahrheit werden möge.

Helmut Heinemeier inszenierte das Stück in drei Akten. „Das muss sein, weil einer der Darsteller in den Pausen den anderen die Frisuren macht“, erzählt er lachend. Zum Lachen hat er auch allen Grund. Die Premiere läuft reibungslos und kommt mächtig gut an. „Natürlich spucken wir uns über die Schulter“, sagt der Regisseur. Denn er weiß, dass etwas Aberglaube zum Gelingen in diesem Geschäft beiträgt.

Und natürlich fleißiges Üben. Im Oktober fanden die ersten Probelesungen statt, die Rollen wurden verteilt. In vier Monaten entwickelte der Regisseur eine reibungslos funktionierende Aufführung mit hohem Unterhaltungswert.

Das spiegelt sich auch im Kartenverkauf wider. Die Sonntag-Vorstellungen sind restlos ausverkauft, für die Aufführungen am Samstag gibt es nur noch Restkarten.

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