In einer Stunde zwei Millionen verplant
Mehr als zwei Millionen Euro will die Stadt Verl 2012 in ihr Straßennetz investieren.

Unter anderem steht im kommenden Jahr der Endausbau des letzten Rests beim Eggeweg (240 000 Euro), eines Teils des Elsternwegs (160 000 Euro), des Rebhuhnwegs (7500 Euro) und der Straße Knapp (65 000 Euro) an. Auch ein Teil der Mühlenstraße wird auf Antrag eines Landwirts mit einer Asphaltdecke versehen. 60 Prozent der Kosten von schätzungsweise 28 000 Euro trägt der Hofbesitzer allerdings selbst.

Die Umgestaltung des Ortszentrums wird die Stadt noch Jahrzehnte beschäftigen. So sind die 100 000 Euro, die der Ausschuss für die Planungen zum Umbau der Ortsdurchfahrt bereitgestellt hat, eher als Signal zu verstehen. „Ganz schön viel Geld“, kam das CDU-Ratsherr Andreas Hollenhorst dennoch zunächst spanisch vor. „Da kannst du dir ausrechnen, wie teuer die Straße wird“, konterte der Ausschussvorsitzende Burkhard Reineke (SPD). Und auch Bürgermeister Paul Hermreck (CDU) ahnt, was da noch alles auf die Stadt zukommt: „Ich halte 100 000 Euro für die Planung eher für zu wenig. Wenn wir es dafür hinbekämen, wäre ich sehr glücklich.“

Vorerst vom Tisch ist indes die Anlegung von Pflanzbeeten links und rechts von der Teutoburger Straße. Nachdem man zunächst mit Betonkübeln an den Seiten versucht hatte, die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer herunterzubremsen, wurden erneut verschiedene Messungen durchgeführt. Das Ergebnis ist ernüchternd. An dem Tempo, das dort an den Tag gelegt wird, hat sich nichts geändert. Statt nun also viel Geld – die Rede ist von 100 000 Euro – für Beete auszugeben, will man es anders versuchen: und zwar mit Rechts-vor-Links-Regelungen.

Erneut im Gespräch ist eine Ampelkreuzung im Bereich Hülshorstweg, Strothweg und Gütersloher Straße. Vor einigen Monaten noch erschien sie als nicht mehr so wichtig, weil Telefonica seinen Standort dort aufgelöst hatte. Zwischenzeitlich aber ist dort Beckhoff Automation eingezogen, und der Verkehr wächst wieder. Also werden für eine Ampel aus dem kommunalen Etat für das kommende Jahr zunächst 100 000 Euro bereitgestellt. Das Land nämlich sieht keine Notwendigkeit dafür. Also muss die Stadt das Projekt mit eigenen Mitteln bestreiten.

Schwere Maschinen haben der Oberfläche des Hiegerswegs arg zugesetzt. Auch der Unterbau entspricht dem Beigeordneten Franz Berenbrinker zufolge nicht mehr den Anforderungen. Also soll dort eine Baustraße entstehen. Für diese und noch nicht näher benannte Projekte will der Straßen-, Wege- und Verkehrsausschuss 118 000 Euro bereitstellen.

Genauer kalkuliert sind allerdings die Kosten für Wege zur Erschließung künftiger Baugrundstücke. Für die will die Stadt im kommenden Jahr etwa 210 000 Euro ausgeben. Und auch Straßen, die bereits bestehen, sind nicht umsonst: 800 000 Euro kalkulieren die Fachleute für Unterhalt und Instandsetzung ein.

Mit 50 000 Euro werden 2011 zusätzliche Straßenlaternen zu Buche schlagen. 24 Stück werden am Westring entlang des Radwegs aufgestellt, zwei am Strothkamp, drei am Elsternweg, vier am Eggeweg und jeweils eine am Mittelweg, Knapp und Rebhuhnweg. Auf die Frage von Wolfgang Rohde (FWG), ob man in Verl nicht auch über LED-Technik nachdenken sollte, gab es eine eindeutige Antwort von Bernd Meißner vom Fachbereich Tiefbau: „Wir arbeiten ohnehin schon mit sehr günstigen Leuchten. Eine Umstellung rechnet sich einfach nicht.“

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