Jan Böttcher verlässt CDU-Fraktion
Bild: Steinecke
Rückzug gut ein Jahr nach der Bürgermeisterwahl. Jan Böttcher kehrt der CDU-Fraktion den Rücken. Im Hintergrund: FPD-Politiker Ulrich Klotz, mit dem Böttcher zusammen Wahlkampf für Paul Hermreck gemacht hatte.
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Zum 1. September werde Jan Böttcher aus der CDU-Fraktion ausscheiden, heißt es in einer Mitteilung, die die Union am Montag verschickt hat. Sein Mandat werde Jan Böttcher behalten. Den Wahlbezirk Realschule, Klasse zwei, hatte er 2014 bei seiner ersten Kandidatur für den Rat mit 56 Prozent gewonnen.

„Die letzten Monate haben mir aufgezeigt, dass sich meine politischen Ansichten häufig nicht mehr mit denen der Fraktion decken. Daher habe ich mich entschieden die Fraktion zu verlassen“, wird Jan Böttcher in der Mitteilung zitiert. Vor allem bei haushalts- und wirtschaftspolitischen Themen war er häufig anderer Ansicht.

Weiter wollte er sich zu dem Thema ebenso wenig äußern wie Gabi Nitsch. Die Fraktionschefin hatte sich in der Mitteilung so zitieren lassen: „Jan Böttcher hat in der Fraktionsarbeit und in seiner Zeit als Bauausschussvorsitzender positive Akzente gesetzt. Wir bedauern die Entscheidung und bedanken uns für die bisherige Zusammenarbeit und respektieren seine Entscheidung.“

Warme Worte nach einem Abgang, der sich angedeutet hatte. Jan Böttcher hatte sich im vergangenen Jahr auf die Seite von Paul Hermreck geschlagen und sich damit offen gegen Michael Esken, Gabi Nitsch und die Mehrheit der Partei gestellt. Nach der Wahl folgte die Quittung. Jan Böttcher wurde als Vorsitzender des Bauausschusses abgelöst – offiziell freiwillig. Im Oktober hatte Jan Böttcher noch erklärt, in der Fraktion bleiben zu wollen. Nur sind die Gräben nicht kleiner geworden. Der 41-Jährige gilt als jemand, der eine klare Meinung vertritt und auch dazu steht – egal, ob sie zur Linie der CDU-Führung passt. Damit ist er häufiger angeeckt.

Mit Uwe Hasler, Ulrich Klotz (FDP) und Jan Böttcher sitzen nun drei fraktionslose Mitglieder im Rat. Vorerst. Denn vielleicht bilden Klotz und Böttcher ja zusammen eine Fraktion. Beide hatten zusammen Wahlkampf für Paul Hermreck gemacht. Gleiches gilt für die FWG. Man kennt und versteht sich. Böttcher wollte sich zu seiner Zukunft nicht äußern.

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