Jörg Armbruster fesselt Verler Publikum 
Bild: Tiemann
ARD-Korrespondent Jörg Armbruster zog die Zuhörer am Freitagabend im pädagogischen Zentrum der Verler Hauptschule in seinen Bann.
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Er hat einen spannenden, manchmal aber auch gefährlichen Job. Zweimal ist es richtig brenzlig geworden. In Falludscha, eine 300 000-Einwohner-Stadt westlich von Bagdad im Irak, wo Armbruster während des Golfkriegs berichtete. Ein wütender Mob war hinter seinem Team her und warf mit Steinen. „Ein Iraker hat uns in sein Haus gezerrt und uns mit Waffen geschützt“, erklärte der 64-Jährige vor seinem zweistündigen Auftritt in Verl im Gespräch mit der „Glocke“. Drei Stunden dauerte es, bis sich die Lage entspannt hatte. Drei Stunden, die Armbruster in dem Haus des Irakers verbrachte und die sehr lang wurden.

Die zweite richtig gefährliche Situation: Während des Umsturzes in Libyen reiste er in die umkämpfte Hauptstadt Tripolis. Dort nahmen Truppen des damaligen Machthabers Gaddafi das Hotel unter Beschuss, in dem der Journalist untergekommen war. „Es war vielleicht leichtsinnig, nach Tripolis zu fahren, aber notwendig“, sagt Armbruster.

Der 64-Jährige kommt viel herum im Nahen Osten. Er hat den arabischen Frühling hautnah miterlebt. Er berichtete in der Tagesschau live, als die Absetzung des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak verkündet wurde.

Was Armbruster interessant macht, ist vor allem sein Hintergrundwissen, an dem er die Verler gern teilhaben lässt. Nicht mittels eines Vortrag oder einer Lesung aus seinem Buch, das zum Thema im vergangenen Jahr erschienen ist, sondern mittels kurzen Vorträgen sowie Antworten auf die Fragen, die zahlreich kommen. Zum Beispiel wie es ist, vor Ort zu arbeiten. „Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe. Man ist sehr nah am Weltgeschehen dran“, erklärt Armbruster, der in Kairo lebt und zuletzt vergeblich versucht hat, ein Visum für Syrien zu bekommen. Ein Kollege durfte eine Woche einreisen, Armbruster nicht. Das sei immer ein Glücksspiel. Und wenn man endlich ins Land dürfe, bekomme man einen Aufpasser zur Seite gestellt. Das war in Libyen so, in Ägypten vor dem Umsturz ebenso und das ist auch in Syrien im Moment so. Es ist eben kein einfacher Job.

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