Jugendamt will Negativ-Image ablegen
Eine Tagesmutter geht mit den ihr anvertrauten Kindern spazieren. Auch die Vermittlung professioneller Unterstützung gehört zu den Aufgabenbereichen der Jugendämter.

Ab dem Moment, in dem familiäre Tragödien über Medien nach außen dringen, ist vielfach der Sündenbock schnell gefunden. Dem Jugendamt scheint diese Funktion beinahe auf die Stirn geschrieben zu sein. Mit der bundesweiten Kampagne „Das Jugendamt – Unterstützung, die ankommt“, will man jetzt an seinem Bild in der Öffentlichkeit arbeiten, Aufgaben sowie Leistungen vorstellen und die Unverzichtbarkeit der Behörde selbst in das Bewusstsein rücken.

Keine Bedrohung, sondern Partner

600 dieser Ämter gibt es bundesweit – seit 2010 auch eins in Verl. In einer Serie wird „Die Glocke“ in den kommenden Wochen die einzelnen Bereiche der Behörde vorstellen und anhand von Fallbeispielen zeigen, wie hilfreich die Unterstützung der Experten aus dem Rathaus sein kann. Das Jugendamt – und auf diese Rolle möchte man dort keinesfalls reduziert werden – will nicht als Bedrohung, sondern als Partner verstanden werden. In Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt und den Kollegen aus Gütersloh werden die Verler in den kommenden Wochen eine ganze Reihe von Veranstaltungen anbieten.

Familienministerin eröffnet Aktionswoche

Am Dienstag hat der Auftakt zur bundesweiten Aktionswoche mit Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder in Berlin stattgefunden: „Die Arbeit der Jugendämter ist unverzichtbar, damit alle Eltern und Kinder die Chance haben, sicher, gesund und glücklich zusammenzuleben. Die Mitarbeiter begleiten Kinder, Jugendliche und Eltern in schwierigen Situationen mit qualifizierten Leistungs- und Beratungsangeboten in den unterschiedlichen Lebensphasen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass möglichst alle Eltern in die Lage versetzt werden, die alltäglichen Herausforderungen der Erziehung meistern zu können“, sagte sie.

„Glocke“-Serie stellt Aufgaben vor

Was kann die Jugendhilfe im Strafverfahren leisten? Wie sieht das Leben einer Bereitschaftspflegefamilie aus? Wie wird in einer Tagesgruppe gearbeitet? Wie läuft das mit dem Unterhaltsvorschuss? Und wie werden Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege gemanagt? Diesen und anderen Fragen will „Die Glocke“ in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Jugendamt auf den Grund gehen.

SOCIAL BOOKMARKS