Junge Detektive lösen zwei Mordfälle
Foto: Berenbrinker
Hinweise geben Rätsel auf: Da kommen Inga und Pia Sassenberg (von links) und Liz Wittenbrink ganz schön ins Grübeln. Warum gab es im Zug dieses Verbrechen?
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Nein, keine Sorge. Selbstverständlich hat es in Verl keine zwei Morde gegeben und auch im Garten des Bürgermeisters ist alles in Ordnung. Aber während der Krimi-Rallye des Turnvereins wurde spielerisch ein Verbrechen aufgeklärt.

FSJler bereiten Rallye vor

Ausgedacht hatten sich diese kurzweilige Tour durch Verl Adeline Schmidt und Christian Weger (beide 19 Jahre), die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim TV Verl absolvieren. „Da die richtigen Ferienspiele in diesem Jahr aufgrund von Corona nicht in gewohnter Form stattfinden können, haben wir uns zumindest diese Aktion ausgedacht“, sagt die Kaunitzerin Adeline Schmidt.

Der Rahmen der Ermittlungen wurde den 20 Mädchen und Jungen, die in zwei Gruppen durch die Stadt zogen, im Vorfeld der Aktion genannt. Der Ausgangspunkt: In einem Zugabteil sitzen sich zwei Männer gegenüber. Als ein Mann seine Handschuhe auszieht, erschießt der andere Mann sein Gegenüber unvermittelt und ohne Vorwarnung.

Die Mädchen und Jungen haben die Ermittlungen auf dem Denkmalplatz aufgenommen. Warum wurde der Mann im Zug erschossen?

Kinder verstehen den Tipp sofort

Wie konnte es zu diesem Verbrechen kommen? Diese Frage stellten sich die Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren. An verschiedenen Stationen im Stadtkern bekamen die jungen Detektive Tipps und erfuhren neue Einzelheiten zum Kriminalfall. Ermittelt wurde an der alten Mühle am Ölbach, am Heimathaus, auf dem Denkmalplatz, an der Geschäftsstelle des Turnvereins und auch im „Garten des Bürgermeisters“ wie es der Gütersloher FSJler Christian Weger den Kindern umschrieb. Und diesen Tipp verstanden die Mädchen und Jungen sofort – gemeint war natürlich die Bürmsche Wiese am Rathaus.

„Die Kinder bleiben so in Bewegung, sie sind an der frischen Luft und vielleicht wird ihnen so auch etwas Langeweile in den Ferien genommen“, sagt Adeline Schmidt, die gemeinsam mit Christian Weger darauf achtete, dass alle ermittelnden Kinder sicher über die Straßen gelangten und sich in der Gruppe aufhielten.

Aber warum gab es denn nun dieses schwerwiegende Verbrechen? Am Schluss der verzwickten Ermittlungen wussten die Mädchen und Jungen die Lösung. Der Mann im Zug wurde erschossen, weil er seinerseits vor vielen Jahren die Frau des Schützen ermordet hatte. Damals hatte das Opfer den seltenen Ring der Frau gestohlen und trug diesen seitdem. Als der Mann nun seine Handschuhe auszog und den Ring zeigte, war dies sein Todesurteil. Am Ende hatten die Verler Jungdetektive also gleich zwei Verbrechen aufgeklärt.

Christian Weger (links) und Adeline Schmidt absolvieren derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Turnverein und haben sich die Krimi-Rallye ausgedacht.

Freies Soziales Jahr im Zeichen von Corona

Seit September 2019 bestreiten Adeline Schmidt und Christian Weger ihr Freiwilliges Soziales Jahre (FSJ) beim Turnverein Verl. Zuvor machten sie ihr Abitur in Verl beziehungsweise Gütersloh. „Von September bis zum März war alles normal“, sagt Christian Weger. Danach habe sich durch Corona viel geändert. „Die Hallen waren geschlossen, es fand kein Sport statt, das ganze Land wurde heruntergefahren.“

In dieser Zeit haben Schmidt und Weger viele Aufräumarbeiten und liegengebliebene Aufgaben erledigt. Auch der neuerliche Lockdown im Kreis Gütersloh nach dem Anstieg von Infizierten im Tönnies-Werk in Rheda-Wiedenbrück legte die Arbeit der FSJler nochmals lahm. „Nun geht es aber langsam wieder los und auch in der Halle darf trainiert werden“, sagt Christian Weger, der ausdrücklich lobt, dass die Stadt Verl die Sporthallen der Kommune während der Ferien geöffnet hält und somit Training ermöglicht.

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