Kaunitz vier Tage ein Western-Paradies
Bild: Darhoven
Die Freunde des Line-Dance nutzten in Kaunitz die Gelegenheit, ihrem Hobby zu frönen.
Bild: Darhoven

Line-Dance, Musiker Tom Astor, mächtige Lkw-Boliden und lange Lagerfeuer-Nächte bestimmten die Szenerie. Für alle Beteiligten, aber auch so manchen Besucher mutete das von Thorsten Niebel veranstaltete viertägige Familienfest wie eine Kurzreise in den Südwesten der USA an. Aber nur fast, denn Kaunitz ist nun mal nicht in Arizona, Utah oder Colorado. Einen besonderen Höhepunkt bildete am Sonntag während des Trucker-Gottesdiensts eine Doppelhochzeit.

Rund 550 Lastwagenfahrer hatten mit teils rollenden Kolossen auf und rund um das Gelände Station bezogen. Einer von ihnen war Herbert Fuchs-Gröber (58) aus Bielefeld. „Ich war in den vergangenen Wochen in Italien, Deutschland und Ungarn unterwegs. Nun bin ich seit Donnerstag hier und werde bis Montag keinen Meter mehr fahren.“ Der Fernfahrer hatte es sich mit Freundin Monika Schmidt und Hündchen Oskar vor seinem Dienstwagen, einem weinroten 40-Tonner-Sattelschlepper, bequem gemacht. Inmitten vielerlei Nutzfahrzeugen von 2,8 bis 40 Tonnen mit teils aufwendigen Airbrush-Lackierungen und LED-Lichtverzierungen. Dicht geparkt, waren die Hingucker auf dem Gelände rund um die Ostwestfalenhalle zu bestaunen. Ob Motive aus der Historie der Nord- und Südstaaten, amerikanische Landschaften oder Buntes aus der Fantasie: Ein Besuch im Lkw-Bereich lohnte auf alle Fälle.

Etliche Gäste kamen stilecht gekleidet zum Truck-Treff. So waren Frauen und Männer in historischen Kostümen als Indianer, Cowboy, Siedler, Goldgräber, Trapper sowie Nord- oder Südstaaten-Soldaten erschienen, um die Zeit des amerikanischen Pioniergeistes zumindest für ein Wochenende wieder zum Leben zu erwecken. Mittendrin Western-Urgestein Tom Astor, der am Samstagabend die Hallenbühne rockte. Mehr als 1000 Countryfans waren am Freitag beim Auftritt der 1994 gegründeten Partyband „Rednex“ aus Schweden dabei. Ihr Hit „Cotton Eye Joe“ hatte sich über Monate in den Hitparaden gehalten. Wem die großen Konzerte weniger zusagten, der brachte sich im Salon um die Ecke bei Line-Dance und unbekannteren Countrybands in Stimmung.

Um mit den passenden Accessoires für das Westerndasein ausstaffiert zu sein, boten rund 50 Händler eine Vielzahl von Waren an. Gut kamen die Darbietungen in der Showarena an. Außer einem Speedrodeo sowie einer LED- und Feuershow zogen die Comanche-Reiterinnen mit Kunststücken und Indianer-Stunt-Shows sowie das Camp Untertaker mit Samuel Seltsam aus der Nähe von Dresden die Zuschauer in Scharen an.

SOCIAL BOOKMARKS