Kaunitzerin züchtet Ein-Kilo-Tomate
Bild: Steinecke
Nein, das ist kein Kürbis: Edeltraud Klotz präsentiert die gut ein Kilo schwere Tomate.
Bild: Steinecke

„Die Tomate muss unbedingt gepflückt und verarbeitet werden“, sagt die 73-jährige Kaunitzerin im Gespräch mit der „Glocke“. „Wahnsinn, meine Tomaten waren ja schon immer etwas größer als normal. Aber so extrem war es noch nicht“, sagt die Hobbygärtnerin und lässt der Freude über ihren Erfolg freien Lauf. Anfang Juni habe sie bereits gemerkt, dass eine der Früchte schneller und stärker wachse als die anderen. Normalerweise würde eine Tomate zwischen 20 und 100 Gramm wiegen. „Und mit 100 Gramm ist das schon eine Große“, erklärt Edeltraud Klotz.

Fester Bestandteil im Gewächshaus

Den Trieb, an dem die Tomate wächst, hat sie bereits abgestützt. Direkt neben der dicken Ein-Kilo-Tomate wächst eine zweite Frucht in ähnlicher Größe. Die Betreiberin einer Heißmangel winkt ab und erklärt: „Die bringt nicht ganz so viel auf die Waage.“ Edeltraud Klotz kümmert sich jedes Jahr liebevoll um ihren Zier- und Gemüsegarten. Vorn in der Einfahrt zum Grundstück stehen Blumentöpfe mit Geranien oder doppelten Engelstrompeten. Die Tomaten sind jedes Jahr fester Bestandteil im Gewächshaus.

„Immer eine andere Sorte“, erzählt sie. Außerdem trocknet sie die Kerne schmackhafter Tomatensorten, die sie entdeckt hat. Aus den Kernen versucht im kommenden Jahr wieder neue Ableger zu züchten. Den Samen, aus dem die Pflanzen mit den dicken Früchten dieses Mal gewachsen sind, hat Edeltraud Klotz im vorletzten Jahr von Bekannten geschenkt bekommen und in diesem Frühjahr ausgesät.

Gießen mit Brennnessel-Sud

Und woran liegt es, dass die Ernte in diesem Jahr so üppig ausfällt? In keinem Fall an einem Kunstdünger, wie Edeltraud Klotz versichert. „Ich möchte Bio-Gemüse.“ Aus diesem Grund gießt sie die Tomaten mit einem Brennnessel-Sud, den sie selbst ansetzt. Vielleicht liege es ja daran. Und alle zwei bis drei Jahre werde der Boden in dem Gewächshaus mit Kompost aus dem eigenen Garten aufgewertet, sagt Edeltraud Klotz.

Die dicke Tomate strahlt in einem feinen Gelb-Orange zwischen dem grünen Blattwerk hervor. Ein dunkles Rot, wie es Tomaten im Supermarkt häufig zeigen, wird es nicht werden. „Ich bin neugierig, wie sie schmeckt“, sagt die Züchterin. Falls das Aroma gut ist, wird aus dem Gemüse ein Salat gemacht. Aber es gibt auch einen Alternativplan. „Falls sie nicht so gut schmeckt, mache ich eine Suppe daraus“, erzählt die 73-Jährige.

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