Kein Freifahrtschein für Bauherren
Nicht nur bei den Dächern hat die Stadt die Gestaltungsbestimmungen im Bereich des Baugebiets Lerchenweg-West etwas aufgeweicht.

Sicher ist, dass die künftigen Bauherren mehr Freiheiten genießen als jene, die bereits vor einigen Jahren ihre Domizile in unmittelbarer Nachbarschaft hochgezogen haben. Derzeit wird die Fläche noch landwirtschaftlich genutzt. „Es ist aber zu erwarten, dass sie in absehbarer Zeit nach und nach für eine Bebauung zur Verfügung steht“, sagte der Beigeordnete Franz Berenbrinker während der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses. „Der Eigentümer sowie auch künftige Bauherren haben vorgesprochen und gebeten, die textlichen Festsetzungen so zu ändern, dass die heutigen Bauformen zulässig sind“, erläuterte er weiter.

Festsetzungen nicht mehr zeitgemäß

Denn hinsichtlich des „Maßes der baulichen Nutzung“ enthält der Bebauungsplan rechtlich nicht mehr zulässige Festsetzungen, wonach zwei Vollgeschosse als Höchstgrenze zulässig sind, aber das zweite Geschoss nur im Dachraum errichtet werden darf. Des Weiteren sind nur Satteldächer und Gebäudehöhen mit maximal zehn Meter Höhe zulässig. Garagen sind nur innerhalb der überbaubaren Flächen erlaubt, ausnahmsweise auch außerhalb der überbaubaren Flächen. Heißt: „Hinsichtlich der Gestaltung enthält der Plan Festsetzungen, die nicht mehr zeitgemäß erscheinen“ (Berenbrinker).

Flachdächer sind somit zunächst ausgeschlossen

Also sollen künftig maximal zwei volle Geschosse zulässig sein, wobei die Firsthöhe von zehn Metern Höhe nach wie vor nicht überschritten werden darf. Dieser Umstand hat natürlich Einfluss auf den Neigungswinkel des Dachs – wobei er mindestens 18 Grad betragen muss. Flachdächer sind somit zunächst ausgeschlossen. Ausgenommen sind von dieser Vorgabe Carports und Garagen. Auch mit Blick auf die erlaubten Materialien und die Gestaltung sind die Bedingungen deutlich flexibler geworden – wenn sie auch mit gewissen Einschränkungen verbunden sind.

Weg über eine Befreiung

 „Wir dürfen keinen Freifahrtschein ausstellen“, antwortete Bürgermeister Paul Hermreck (CDU) den Ausschussmitgliedern, denen das Planungsrecht nicht freizügig genug erschien. Für den Fall, dass der eine oder andere Bauherr beispielsweise dennoch ein Haus mit Flachdach realisieren wolle, ließe sich aber sicherlich ein Weg über eine Befreiung von den Vorgaben finden.

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