Kinder proben den Einsatz vor Ort
Bild: Tschackert
Technik ist auch Mädchensache bei der Brandschutzerziehung: Keine Berührungsängste zeigte Merle im Umgang mit der Spreizschere. Wie das Werkzeug funktioniert, zeigte Gerätewart Florian Fiekens.
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Die drei Ziffern und ihre Bedeutung kennt jedes der zehn Kinder: 112 gewählt und schon kommt die Feuerwehr. An diesem Vormittag ist es genau umgekehrt. Die Kinder statten der Feuerwehr einen Besuch ab. Es geht um Brandschutz. Aber für die Sechs- bis Zehnjährigen ist es viel wichtiger, wie es sich anfühlt, einen Löschschlauch oder eine Spreizschere zu bedienen und selber in der Hand zu halten. „Ganz schön schwer“, findet Ben Köster, als er das Werkzeug mit Gerätewart Florian Fiekens hochhebt. Wie viel Gewicht so ein Feuerwehrmann mit sich herumträgt, wenn er mit Atemgerät löschen muss – auch das bekommen die Jungen und Mädchen ganz praktisch demonstriert. Romina Franzlübbers setzt ihnen den Rucksack mit der Sauerstoffflasche auf, die kurz vorher Fiekens noch mit seiner kompletten Ausrüstung trug.

Junge Teilnehmer sind gut informiert

Keine Praxis ohne ein wenig Theorie am Anfang. Doch die zehn Kinder wissen schon ziemlich gut Bescheid. Wann die Feuerwehr kommt, will Feuerwehrfrau Franzlübbers wissen. Die Antworten kommen wie aus der Pistole geschossen: Feuer, Unfälle und Überschwemmungen wissen Ben, Fabian und Alexander. „Auch wenn eine Katze im Baum sitzt und nicht mehr herunterkommt“, schiebt Doreen hinterher. „Feuerwehrleute sitzen auch oft in Rettungswagen“, erklärt Romina Franzlübbers. Das wussten die Kinder nicht. Dafür sind sie informiert, wie sie sich im Brandfall richtig verhalten: „Fenster und Türen schließen“, sagt Christoph. Ben legt nach: „Auf den Boden knien!“ Und dann? Den Raum verlassen und – sogar das weiß die Gruppe – Tür und Schlüsselloch abdichten und Hilfe holen.

„Und niemals wieder in das Haus zurückgehen“, schärft ihnen Franzlübbers ein und zückt einen gelben Aufkleber. Es ist ein Kinderfinder, der es den Einsatzkräften leichter macht, Kinderzimmer im Brandfall zu finden – vorausgesetzt, sie kleben an den Türen. Dass auch Rauchmelder lebenswichtig sind, ist den Schülern klar. Dass die Kids so gut Bescheid wissen, darüber ist Romina Franzlübbers nicht wirklich überrascht.

Sie besucht im Rahmen der Brandschutzerziehung seit Jahren Kindergärten und Schulen. Auch am Samstagvormittag kommt die Aktion bestens an. Und erlebt ihren Höhepunkt, als auch die Kinder tun dürfen, was im Ernstfall nur ausgebildete Einsätzkräfte dürfen. Ein Löschrohr halten, wenn es heißt: Wasser marsch!

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