Kirchenchor löst sich nach 88 Jahren auf
Treffen zur letzten Jahreshauptversammlung: Die Mitglieder des Pfarrcäcilien-Chors beschlossen die Auflösung der Gruppe. Lediglich 35 Sänger hatte der Chor zuletzt. Damit endet nach 50 Jahren auch die Amtszeit von Schriftführerin Maria Bathe (vorn links). Hildegard Wemhoff (vorn rechts) führte den Verein zuletzt.

„Da blutet einem schon das Herz“, gab Hildegard Wemhoff unumwunden zu. Aber der Entschluss, den Kirchenchor von St. Anna aufzulösen, war alternativlos geworden. „Wir sind zu alt und es sind keine neuen Sängerinnen und Sänger nachgekommen“, begründet die Vorsitzende das Aus.

Fehlender Nachwuchs macht Auflösung unumgänglich

35 aktive Mitglieder waren es zwar noch am Schluss. Gerade bei den Männerstimmen wurde das Defizit zu groß. Drei bis vier waren nur noch übrig. Zu wenig. Die Erkenntnis, den Cäcilien-Chor aufzulösen, kam nicht von heute auf morgen, sondern reifte in den vergangenen fünf Jahren.

„Im Sommer dann stand die Entscheidung fest: Wir lösen uns auf“, berichtet Hildegard Wemhoff im Gespräch mit der „Glocke“ von dem schwierigen Prozess. „Wie gesagt, das Alter war entscheidend. Höchstens ein ganzer Schwung neuer junger Mitglieder hätte ein Umdenken bewirken können.“

„Gegrüßet seist du Maria“ als letzter Eintrag

Beim Frühstück im Pfarrzentrum schwelgten die Sängerinnen und Sänger in Erinnerungen. Zum Beispiel an die Dekanatssingen, an denen die Verler teilgenommen hatten. „Dreimal sogar wurde es in Verl ausgerichtet“, erklärt Maria Bathe, die 50 Jahre für die Schriftführung verantwortlich war.

Sie hat jetzt auch das letzte Protokoll anfertigt. In der Rubrik gesungene Lieder nahm sie am Sonntag mit dem „Gegrüßet seist du Maria“ nun den letzten Eintrag vor.

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