Kirchplatz soll umgestaltet werden
Bild: Tschackert
Neugestaltung mit Augenmaß: Der Platz an der St.-Anna-Kirche soll modernisiert werden und künftig mehr Aufenthaltsqualität bieten.
Bild: Tschackert

Die Neugestaltung ist beim Kommunalpolitischen Arbeitskreis der Kolpingsfamilie Verl schon lange ein Thema. Bereits 2007 hat sich die Gruppe Gedanken darüber gemacht, wie der Platz mit mehr Leben gefüllt werden könnte. Als klar war, dass die St.-Anna-Kirche renoviert werden muss, verfolgten die Kolpinger das Projekt zunächst nicht weiter und wendeten sich anderen Themen zu. Mit der Ortskerngestaltung rückte das Projekt Kirchplatzgestaltung wieder in den Fokus. Jetzt, rund zehn Jahre später, umso konkreter.

Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der sich zum einen einige Parteien Gedanken über eine Aufwertung des historischen Stadtkerns machen beziehungsweise sogar darauf drängen, und zum anderen mit dem Skulpturenpark auf der Bürmschen Wiese, dem Rathausumbau und Konzepten zur Mobilität im Innenstadtbereich eine grundsätzliche Umgestaltung des Stadtzentrums bevorsteht.

Konkrete Pläne, wie der Platz rund um die St.-Anna-Kirche aussehen könnte, gibt es nicht. Noch nicht. Dafür Ideen, wie die Aufenthaltsqualität gesteigert werden könnte. „Die müsste ein Planer umsetzen. Das können wir nicht leisten“, erklärt Berthold Stuckmann, Vorsitzender des Kommunalpolitischen Arbeitskreises. Es gilt zum Beispiel den alten Baumbestand zu bewahren, die Interessen der Anwohner mit denen der Kirchengemeinde abzugleichen und sicherheitsrelevante Fragen zu klären.

Mit den Anliegern will die Kirchengemeinde in naher Zukunft über das Thema sprechen, weil sich kleine Teile des Platzes in deren Besitz befinden. Der Arbeitskreis hat dem Kirchenvorstand ein ganzes Bündel an Vorschlägen und Ideen vorgelegt. So fehlt besonders nach der Renovierung eine Informationstafel zur Geschichte des Gotteshauses. Die könnte nach Vorstellung des Kommunalpolitischen Arbeitskreises zum Beispiel am alten Sakristei-Eingang gut zur Geltung kommen. Dort könnte außerdem eine Kopie der Gründungsurkunde beziehungsweise der Erlaubnis zum Bau der Annen-Kapelle ausgestellt werden.

Der Kommunalpolitische Arbeitskreis hat noch weitere Ideen entwickelt, wie man das Areal attraktiver gestalten könnte. So lautet ein Vorschlag, die alten Kirchglocken, die jetzt auf dem Friedhof nahe den Ölbachauen stehen, an der St.-Anna-Kirche zu gruppieren. Ein weiterer Vorschlag sieht vor, Sitzgelegenheiten zu schaffen.

Zum Beispiel zwischen den historischen Pfählen an der Sender Straße. Das wäre möglich, wenn diese in einer Linie Richtung Kirchplatz versetzt werden könnten und zur Straßenseite ein Fußweg entstehen würde, um nicht direkt an der Straße zu sitzen. Mit dieser Maßnahme würde automatisch eine Sichtachse zwischen Kirche und Heimathaus entstehen. Erst recht, wenn die Wegführung verändert würde. Eine Idee, wie eine solche Bank aussehen könnte, hat der Arbeitskreis schon: Der Vorschlag erinnert an die Hochzeitsbank am Standesamt.

Außerdem könnte sich die Kolping-Gruppe vorstellen, mit einer Grabstele auf dem Kirchplatz an die alte Begräbnisstelle zu erinnern, die der Platz zwischen 1577 bis 1755 für Gläubige des Verler Kirchspiels war. Dafür soll der Friedenspfahl einen anderen Standort bekommen, weil er „ohne Bezug zu seinem Umfeld völlig losgelöst“ ist, wie es im Arbeitspapier der Kolpingsfamilie heißt. Eine modernere Lösung soll für Fahrradstellplätze gefunden werden.

Mit dem Maßnahmenpaket soll vor allem ein Ziel erreicht werden: den historischen Kern neben der allgemeinen Nutzung an Sonn- und Feiertagen zu beleben. „Dem atmosphärisch stilvollen Adventsmarkt im Dezember käme eine etwas veränderte Platzgestaltung ebenfalls zugute“, heißt es im Vorschlagskatalog. „Außerdem könnten Veranstaltungen wie Musik unterm Kirchturm belebt werden.“ Kirchliche Freiluftkonzerte wären dort ebenfalls eine Option.

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