Knackpunkte zeichnen sich in Verl ab
Für welche Schulform packt der Nachwuchs künftig seine Tornister? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Montagabend der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur.

Problem Nummer eins – die Oberstufenquote in der Gesamtschule: Die gesetzlichen Vorgaben sind klar: Mindestens 42 Schüler pro Jahrgang müssten die Oberstufe besuchen. Wären es weniger, müsste die Schule geschlossen werden. Es ist ein Problem, das erst in ein paar Jahren akut wird. Einerseits weil die Gesamtschule 2013 neu starten würde und entsprechend erst in ein paar Jahren überhaupt Oberstufenschüler hätte. Andererseits weil der demografische Wandel sich zunächst nur langsam bemerkbar macht. Aber er kommt.

Nimmt man die aktuellen Schülerzahlen als Beispiel, würde Verl die Quote erfüllen. Statistisch bestünde ein Jahrgang an der Gesamtschule aus 48 Oberstufen-Schülern. Gehen die Gesamtschülerzahlen aber zurück, sinkt gleichzeitig die der Jugendlichen, die an dieser Schulform das Abitur anstreben.

Ein Schulentwicklungsplan, den die Verwaltung mit Hilfe eines externen Fachmanns aufstellen will, soll jetzt Zahlenmaterial liefern. „Ein Fundament“, so Bürgermeister Paul Hermreck. Auf der Grundlage soll dann die endgültige Entscheidung getroffen werden.

Problem Nummer zwei – gebundener Ganztag: Bürgermeister Hermreck berichtete von zahlreichen Elterngesprächen, in denen ihm die Ablehnung des gebundenen Ganztags von Eltern deutlich gemacht wurde. Der allerdings ist laut Gesetz sowohl in der Gesamt- als auch in der Sekundarschule vorgesehen. Dazu sagte Dr. Detlef Garbe von der Beratungsfirma Garbe Consulting: „Das Prinzip des individuellen Förderns bekommt man sonst nicht hin.“ Heißt: Ohne gebundenen Ganztag wird es wohl nicht gehen.

SOCIAL BOOKMARKS