Konzept mit Schwedenhäusern geht auf
Bild: Paweltzik
Als Familie vereint (v. l.): Hannan Hamsoro und Zenb Iso sind aus Rietberg zu Besuch bei ihrem Sohn Rezan Hamsoro und dessen Söhnen Sirag und Hanan sowie dessen Frau Niroz Shehko. Rezan Hamsoro lebt mit seiner Familie in den Schwedenhäusern an der Kleiststraße. Bilder: Paweltzik
Bild: Paweltzik

„Nehmen Sie Platz“, sagt Rezan Hamsoro immer wieder. Der Syrer sitzt mit seiner Familie auf der kleinen Veranda des Schwedenhauses. Außer seiner Frau Niroz Shehko und den beiden Söhnen Sirag und Hanan sind auch seine Mutter Zenb Iso und Vater Hannan Hamsoro da. Sie stammten aus Aleppo, der im syrischen Bürgerkrieg umkämpften Hafenstadt, sagt Rezan Hamsoro. „Wir sind vor dem Krieg geflohen.“ Seit zehn Monaten leben sie in Verl, seit April an der Kleiststraße.

Gastfreundlich bietet die Familie Kaffee und Kekse an. Mit der deutschen Sprache klappt es noch nicht so gut bei den Erwachsenen. Dafür spricht der 13-jährige Hanan umso besser und dient seinen Eltern und Großeltern als Übersetzer. Dass sie froh sind, nach ihrer Flucht in Verl untergebracht worden zu sein, bedarf keiner Worte. Ein Blick in ihre Gesichter reicht. Und dennoch bricht Rezan Hamsoro ein kurzes Schweigen: „Wir möchten uns bedanken, was hier für uns getan wird.“

Vertreter der Stadt sehen Plan umgesetzt

Angesprochen sind damit in jenem Moment Heribert Schönauer, Erster Beigeordneter, sowie Barbara Menne, Fachbereichsleiterin Soziales. Beide begleiten den Besuch zu den Unterkünften an diesem Vormittag. Und beide sehen den Plan der Stadt als umgesetzt an. „Mithilfe dieses Konzepts ist es gelungen, diese Menschen in Verl zu integrieren“, sagt Schönauer.

Wie gut, lässt sich nur wenige Meter weiter erfahren – bei Familie Khosrozadeh. Sie kommt aus dem Iran. Der Grund ihrer Flucht ist religiös bedingt. „Als Christen haben wir es nicht leicht im Iran“, sagt Vater Merhdad Khosrozadeh. Er ist mit seiner Frau und den beiden Kindern seit elf Monaten in Verl. Tochter Parmis und Sohn Parham haben in dieser Zeit bereits neue Freunde gefunden und sind als Fußballer beim FC Sürenheide aktiv. Die 14-jährige Parmis ist zudem Teil des Orchesters der Gesamtschule Verl. „Freizeit habe ich nicht“, erzählt sie und lacht. Wenn doch Zeit ist, dann malt Parmis. Ihre Werke zeigt die Jugendliche stolz Barbara Menne. Die ist, wie auch Heribert Schönauer, von der Kunst begeistert.

Zurück in ihr Heimatland will die Familie nicht. Verl gefalle ihnen gut, sagt Merhdad Khosrozadeh. Sobald auch er besser deutsch beherrsche, wolle er arbeiten gehen – am liebsten in seinem Beruf als Ingenieur.

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