Kreis und Bauhof erhöhen Müllgebühren
Bild: Steinecke
Für die Abfuhr von Kompost und Biomüll müssen die Verler ab 2020 mehr bezahlen. Für eine 60-Liter-Restmülltonne werden ab dem 1. Januar Gebühren in Höhe von 79,60 Euro fällig.
Bild: Steinecke

Doch weshalb muss mehr gezahlt werden? Zum einen erhöht die Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh (GEG) zum 1. Januar die Gebühren. Zum anderen werden die Kosten des neuen Verler Bauhofs, der im April fertiggestellt sein soll, auf die Haushalte umgelegt. Laut dem Beigeordneten Thorsten Herbst hätte die Stadt den Bürgern den Bauhof auch schenken dürfen. Allerdings sei das mit Blick auf die Gebührenwahrheit nicht zielführend.

Grundgebühr auf 11,90 Euro erhöht

Die Erhöhung der GEG reißt ein Loch in die Müll-Kalkulation der Stadt Verl. Der Preis für den Haus- und Sperrmüll steigt um 14,1 Prozent (je Tonne 124,95 Euro statt 109,48 Euro). Bei den Bioabfällen verlangt der Kreis 16,8 Prozent (je Tonne 107,10 Euro statt 91,63 Euro) mehr. Laut Verwaltung hat die GEG die Grundgebühr in den vergangenen Jahren von 3,70 Euro pro Einwohner auf inzwischen 11,90 Euro erhöht.

In der Vorlage heißt es, dass in den vergangenen Jahren durch Änderungen im Abfallentsorgungssystem und der damit verbundenen Reduzierung der Rest- und Sperrmüllmengen die Erhöhungen aufgefangen werden konnten. Der Preis der 60-Liter-Tonne sei tatsächlich von jährlich 126 Euro auf 69 Euro gesenkt worden. Und weiter: „Die jetzige signifikante Erhöhung der Entsorgungsentgelte sowie die Abschreibungen für den neuen Wertstoffhof führen hingegen zu einer Erhöhung“, heißt es in der Vorlage.

Kosten des Bauhofs werden umgelegt

Bei den Restmüllgebühren habe sich für die Jahre von 2016 bis 2018 eine Unterdeckung von 51 931 Euro ergeben. In diesem Bereich verlangt die Stadt 15,37 Prozent mehr und liegt damit über der Erhöhung des Kreises. Das liegt daran, dass die Kosten des neuen Bauhofs umgelegt werden. Da sind die Abschreibungen in Höhe von jährlich 33 300 Euro. Und dann kommt noch die Verzinsung des eingesetzten Kapitals zum Bau des Bauhofs hinzu.

Die Stadt setzt einen hypothetischen Zinssatz von drei Prozent an (für 2020 sind das 49 950 Euro). Dieser Wert basiert auf den tatsächlichen Zinsen, die die Stadt derzeit für ihr angelegtes Geld bekommt. Beim Bioabfall reicht die Stadt dagegen nur 7,3 Prozent weiter.

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