Literatur und Musik gehen Symbiose ein
Bild: Steinecke
Lesung mit Musik: (v. l.) Rouven Ridder, Ugur Polat und Artur Rosenstern sind am Mittwoch im Heimathaus zu Gast. Beginn ist um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Bild: Steinecke

„Man darf gespannt sein, wie die drei Autoren ihren ganz persönlichen literarischen Blick auf das Thema Heimat werfen“, sagt Regina Bogdanow, Vorstandsmitglied des Heimatvereins. Mit den drei Autoren sind Mechthild Borrmann, Rouven Ridder und Artur Rosenstern gemeint. Begleitet wird das literarische Trio von Ugur Polat auf Darbuka. Mit der 300 Jahre alten und mit Fischhaut bezogenen Tontrommel wird der durch die Texte inspirierte Polat seine Improvisationen einstreuen. Moderiert wird der Abend von Regina Bogdanow.

Bekannteste Autorin der Runde ist Mechthild Borrmann, die 2012 mit dem deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde. Die 53-jährige Bielefelderin wird mit einer Kurzgeschichte den Begriff Heimat definieren. Artur Rosenstern, Sohn deutsch-russischer Eltern aus Kasachstan, kennt als Migrant das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturkreise aus eigener Erfahrung. Rosenstern liest aus seinem Buch „Planet Germania“.

Von 1987 bis 2002 nahm Ostwestfalen-Lippe (OWL) 277.000 Einwohner auf. Deutschland hat sich, auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, zu einem Zuwanderungsland entwickelt. Und auch Verl wächst stetig. Rouven Ridder aus Lüchte hat als ehemaliger Mitarbeiter des Sozialamts vor 20 Jahren auf der anderen Seite des Schreibtisches gesessen. Skurrile Begebenheiten schildert der 37-Jährige, der auch in der Poetry-Slam-Szene unterwegs war, in der überspitzt gezeichneten Kurzprosa „Frischer Wind in Süd-Ost-Lippe“.

Mit dem Literaturzirkel OWL hat der Heimatverein einen Partner für sein aktuelles Thema gefunden. Unter dem Titel „(Neue) Heimat OWL“ findet eine Lesereise statt. „Anfangs war es schwer, Partner zu finden. Das Thema ist durch die rechte Szene zu negativ besetzt“, sagt Claudia El-Sauaf-Harmuth vom Bielefelder Literatur-Contor. Und Gabriel Fröhler vom Literaturzirkel merkt an: „Wir möchten den Begriff Heimat entstauben und neu beleben.“ Verl ist jetzt die vierte von acht Stationen. Der Start war Anfang November in der Bielefelder Bürgerwache. „Das ist sehr gut angenommen worden, auch die anschließende Diskussion“, sagt Rouven Ridder. Auch in Verl schließt sich an die Lesung eine Diskussionsrunde an.

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