Medaille für beherztes Eingreifen
Bild: Steinecke
Nicht gezögert hat Dieter Späte aus Sürenheide, als sich im April 2013 ein Unfall in der Nähe seines Hauses ereignete. Er half, einen Mann aus einem brennenden Auto zu ziehen. In Düsseldorf erhält er heute die Rettungsmedaille des Landes.
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Dafür werden sie geehrt. Am Freitag erhalten Dirk Costantino, Peter Hildebrandt und Dieter Späte aus den Händen der stellvertretenden Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne) die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. 31 Retter werden in Düsseldorf ausgezeichnet. Darunter auch die drei Helfer aus Verl, die nicht gezögert haben, als es drängte.

Dieter Späte erinnert sich noch gut an den Donnerstag im April. Er ist zu Hause, als eine Nachbarin aufgeregt darüber informiert, dass etwas passiert sei. Der 67 Jahre alte Rentner wohnt nicht weit von der Unfallstelle entfernt. Er weiß zunächst nicht, was passiert ist. Von seinem Haus aus kann er nicht sehen, dass ein Mann mit seinem BMW einmal über den Acker an der Königsberger Straße gefahren und erst in der Böschung zum Stehen gekommen ist. Der Autofahrer hatte am Steuer einen Herzinfarkt erlitten. Dieter Späte macht sich auf den Weg zur Unfallstelle. „Zu sehen war nur ein Auto, das leicht gequalmt hat“, berichtet der 67-Jährige. Als er den BMW erreicht, sieht er, dass ein Mann am Steuer sitzt. Er scheint ohnmächtig zu sein.

Dieter Späte versucht, die Fahrertür zu öffnen. Die klemmt. Aus der Motorhaube schlagen Flammen. Dieter Spätes Frau Ria versucht derweil auf der Königsberger Straße, weitere Helfer zu gewinnen. Peter Hildebrandt ist mit dem Taxi unterwegs, hält an und eilt zu dem brennenden Auto. Zu zweit versuchen die Männer, den 61 Jahre altern Autofahrer über den Beifahrersitz aus dem Wagen zu ziehen. „Wir haben ihn nicht von der Stelle bekommen“, sagt Dieter Späte. „Ich war am Verzweifeln.“ Sekunden kommen ihm wie eine Ewigkeit vor.

In Zivil kommt kurz darauf Dirk Costantino an die Unfallstelle. Der Löschzugführer aus Kaunitz arbeitet in der Nähe. Zeit, sich umzuziehen, bleibt ihm nicht. „Es war höchste Zeit“, sagt Dirk Costantino. „Man kommt als Feuerwehrmann immer wieder in Ausnahmesituationen“, erzählt der Kaunitzer. Dennoch sei der Einsatz für ihn etwas Besonderes gewesen. Zu dritt gelingt es den Helfern, den Verunglückten aus dem Auto zu ziehen. Er wird an der Unfallstelle wiederbelebt und ins Krankenhaus gebracht. Zwei Tage später stirbt er dort an den Folgen des Infarkts. An dem Donnerstag im April aber haben ihm Dirk Costantino, Peter Hildebrandt und Dieter Späte mit ihrem beherzten Eingreifen das Leben gerettet. Deshalb werden nun ausgezeichnet.

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