Menschen sollen in Verl verweilen
Bild: von Stockum
Landschaftsarchitekt Burkhard Wegener stellte bei der Preisverleihung im Rathaus den Siegerentwurf vor. Was davon wann und wie umgesetzt wird, wird sich noch zeigen.
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Das Büro Bischof und Hermansdorfer aus Aachen sowie der „Club L 94“ mit Sitz in Köln setzen Fußgänger sowie Radfahrer an die erste Stelle und drängen den Verkehr deutlich in den Hintergrund. „Der Entwurf besticht durch seine Zurückhaltung, Einfachheit und ein klares, städtebauliches Konzept. Die Entwicklung konzentriert sich an der historischen Nord-Süd-Ausrichtung der Hauptstraße, die zugunsten einer untergeordneten Verkehrsfunktionalität und durch eine gezielte Materialwahl den Fußgängern einen visuellen Vorrang eröffnet sowie Querungsmöglichkeiten verbessert“, schreibt die Jury in ihrer Urteilsbegründung.

Kern- und Herzstück sei die Bürmsche Wiese, „die in ihrer Schlichtheit den dörflichen Identifikationspunkt stärkt“. Positiv bewertet wurden die zurückhaltend gestalteten Gebäudeflanken an der Gütersloher Straße, die wie selbstverständlich zum Rathausplatz hinführen. Die konsequent durchgezogene Allee engt optisch ein und führt zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit – das zumindest hoffen die Architekten und Planer.

Der Marktplatz soll den Plänen zufolge deutlich an Struktur gewinnen. Ein Dach aus Baumkronen könnte künftig den Busbahnhof beherbergen. Im Norden führen „wohlproportionierte und übersichtliche Durchgänge“, wie das Preisgericht sagt, zur Paderborner Straße. So werde die Ortsdurchfahrt wie selbstverständlich an den Marktplatz angebunden. „Er gewinnt durch die ergänzende Randbebauung an Maßstäblichkeit“, urteilte die Jury, die aus Kommunalpolitikern, Architekten, Verwaltungsmitarbeitern und vielen anderen bestand.

 Als verbesserungswürdig wird die Anbindung der Bürmschen Wiese in Richtung Kirchplatz und Café Klüter bewertet. „Dennoch zeigt die Arbeit einen sehr behutsamen Umgang in der Gestaltung des Raums“, heißt es.

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