Michel bläst gleich satte Töne
Bild: Tschackert
Ein Naturtalent, findet Tobias Erichlandwehr, Vorsitzender des Musikvereins Verl und leidenschaftlicher Tubist. Auf Anhieb entlockte Michel dem Instrument klare, saubere Töne.
Bild: Tschackert

20 Kinder haben in diesem Jahr Interesse gezeigt, sind von Tisch zu Tisch gewandert und haben bei Tuba, Posaune, Klarinette, Querflöte, Horn, Saxophon und Oboe Halt gemacht. Ausprobieren, ein Gefühl für ein Instrument bekommen: Das sind oft die entscheidenden Momente, in denen die Liebe zu einem bestimmten Musikinstrument entflammt. Bei Michel Gräbner könnte es die Tuba werden, zumindest nach dem ersten Test. Gleich auf Anhieb entlockt der Achtjährige dem für seine Größe verhältnismäßig großen Blechinstrument satte, klare Töne. Tobias Erichlandwehr ist begeistert: „Ein Naturtalent!“ Der Schüler strahlt, aber ob es wirklich am Ende auf das tiefe Blech hinausläuft?

Elias ist sich da seiner Sache bei der Posaune schon sicherer. Gerade bei den tiefen Blechinstrumenten hat der Musikverein besonderen Nachwuchsbedarf. Aber bevor die Jungen und Mädchen das weinrote Poloshirt des Schülerorchesters überstreifen dürfen, erhalten die Nachwuchsmusiker rund zwei Jahre Unterricht. Dafür stellt der Musikverein Instrumente zur Verfügung. „Im vergangenen Jahr haben wir im Zuge der Vorstellung 17 Neuverträge abgeschlossen“, erklärt Barbara Buschmann, Geschäftsführerin des Schülerorchesters Verl (SOV). Damit hat sich 2018 fast jedes zweite Kind entschlossen, ein Blasinstrument erlernen zu wollen.

Die konsequente Nachwuchsförderung trägt Früchte. Wie man zu Beginn der Instrumentenschau sehen und hören konnte. Mit Atlantis, By Dawn early light und Katysha zeigte das Ensemble, was es musikalisch drauf hat. Und das allein hat bei vielen Kindern wie Svea (8) und ihrer kleinen Schwester Marit (4) schon richtig Lust auf das SOV gemacht. „Die anderen 50 Prozent finden den Weg zu uns auf andere Weise“, sagt Barbara Buschmann. „Wer aber möchte, kann sich immer mit uns in Verbindung setzen, wenn Interesse vorhanden ist oder man ein Instrument kennenlernen möchte.“ Nach den Proben des Schülerorchesters darf geschnuppert werden. Sie finden immer mittwochs von 18 bis 19 Uhr statt.

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