Mint-Technikum soll mehr Geld erhalten
Angebote wie der Raketenbau-Kursus von Ralf Berenbrinker werden gut angenommen. Was dem Mint-Technikum fehlt, sind Unternehmen, die regelmäßig Geld zahlen.

In einem Antrag für den Stadtrat fordert SPD-Fraktionschef Peter Heethey, den Jahresbeitrag der Stadt als Mitglied des Trägervereins des Mint-Technikums auf 5000 Euro zu erhöhen. Bisher zahlt die Kommune jährlich 1000 Euro Beitrag, wie Kämmerer Heribert Schönauer auf Anfrage der „Glocke“ mitteilte. Das ist der in der Beitragsordnung des Trägervereins geregelte Höchstsatz. Dort heißt es, dass Firmen, die mehr als fünf Millionen Euro Umsatz im Jahr machen 1000 Euro zahlen müssen, wenn sie Mitglied im Trägerverein sein möchten. Die SPD will nun mehr Geld in die Hand nehmen.

Zusätzlich zu den 1000 Euro sollen 4000 Euro als Zuschuss zur Miete gezahlt werden. Die Einrichtung ist in der ehemaligen Taschenfabrik Held am Papendiek untergebracht. Die Räume dort sind nur gemietet. „Um die Leistungsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft zu sichern, werden hochqualifizierte Fachkräfte gebraucht. Dazu leistet das Mint-Technikum einen wichtigen Beitrag“, begründet die SPD ihr Vorhaben.

Als die Pläne für die Errichtung der Einrichtung im Herbst 2012 vorgestellt wurden, war von einer Anschubfinanzierung die Rede, die die Stadt leisten solle. 20.000 Euro bewilligte der Stadtrat. Anfang 2015 wurden von der Stadt noch einmal weitere 10 000 Euro nachgeschossen. Ansonsten sollte sich das Mint-Technikum, das auf Initiative der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises eingerichtet wurde, durch Mitgliedsbeiträge finanzieren. Und zwar vor allem durch jene von Unternehmen, die eben bis zu 1000 Euro jährlich beisteuern.

Dieser Plan geht bisher aber nicht auf. Bei der Jahreshauptversammlung im März erklärte der ehrenamtlich tätige Geschäftsführer Josef Avenwedde, dass sich bisher nur elf Firmen beteiligen. 2016 machte die – für ihre gute Arbeit oft gewürdigte – Einrichtung deshalb 10.000 Euro Verlust. Im Finanzplan für 2017 wird mit einem Defizit von 15.000 Euro kalkuliert. Die Zahl der privaten Unterstützer ist den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Nur die Firmen üben sich in Zurückhaltung.

Umzug ins Schulzentrum ist eine Option

Die CDU fasst den Blickwinkel etwas weiter und fordert in einem Antrag für den Stadtrat von der Verwaltung, bis Ende des Jahres Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Bildungslandschaft auch außerhalb der Schulen stärker gefördert werden kann. Auch dieser Antrag hat zum Ziel, das Mint-Technikum zu unterstützen. Die Einrichtung wird als Beispiel genannt.

Indirekt deutet die Union an, dass sie sich einen Umzug des Mint-Technikums ins Schulzentrum gut vorstellen kann. „Eventuelle räumliche Veränderungen, auch in Bezug auf das Gesamtkonzept Schulzentrum, sind ebenfalls in die Überlegungen einzubeziehen“, schreibt die CDU etwas verklausuliert.

Die Gebäude der Haupt- und Realschule sollen in den nächsten Jahren für die Gesamtschule umgebaut werden. Und in diesem Zug könnte nach Informationen der „Glocke“ im Schulzentrum Platz für das Mint-Technikum geschaffen werden, das schließlich auch von den Schulen oft genutzt wird. Hinzu kommt, dass vor allem die Mietzahlungen für das strukturelle Defizit verantwortlich sind, das der Trägerverein derzeit schreibt.

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