Mit Secondhand-Kleidermarkt in der Erfolgsspur
Archivbild: Steinecke
Liebt Mode aus zweiter Hand: Julia Lipps hat sich mit ihren Secondhand-Märkten in der Ostwestfalenhalle etabliert. Die 30-jährige Verlerin erhöht die Anzahl in diesem Jahr auf vier.
Archivbild: Steinecke

Drei ausgebuchte Trödelmärkte hat die 30-Jährige 2018 in Kaunitz durchgeführt. In diesem Jahr werden es vier sein. Und sie will auch in der Nachbarschaft durchstarten. „Die Nachfrage auf der Verkäuferseite ist immer so groß, dass ich beschlossen habe, es am 9. März und am 9. November auch in der Stadthalle von Delbrück zu versuchen“, sagt sie auf Anfrage der „Glocke“. „Auch dafür ist das Interesse schon enorm.“ Der Erfolg in Kaunitz habe sie dazu ermutigt, bekräftigt sie.

Zuletzt 1500 Besucherinnen

Für Julia Lipps’ Secondhand-Märkte misten viele Frauen in der Region ihre Kleiderschränke aus in der Hoffnung, nicht mehr getragene Teile in bare Münze verwandeln zu können. Pro Standmeter verlangt die Veranstalterin zehn Euro. Mit ihrem Vorstoß im vorigen Jahr ist sie offenbar in eine Marktlücke in Verl und Umgebung gestoßen. Von Beginn an 100 bis 125 private Verkäuferinnen in der 400 Quadratmeter großen Ostwestfalenhalle und zwischen 1000 und 1500 Besucherinnen: „Ich bin superzufrieden“, betont Julia Lipps.

Die Termine für Julia Lipps’ Secondhand-Märkte 2019: 23. Februar, 18. Mai, 21. September und 30. November, jeweils 12 bis 17 Uhr in der Ostwestfalenhalle Kaunitz; 9. März und 9. November, 11 bis 16 Uhr, Stadthalle Delbrück. Sobald eine Veranstaltung über die Bühne gegangen ist, nimmt Julia Lipps Anmeldungen für die nächste entgegen. Der Februar-Markt ist mit 125 Ständen ausgebucht. Drei Meter Verkaufsfläche kosten 30 Euro, jeder weitere Meter zehn Euro. Erwachsene Besucher zahlen drei Euro Eintritt. Es gibt Umkleidekabinen.

Kontakt: E-Mail: macht-eure-schraenke-bunter@web.de.

In erster Linie ist gut erhaltene gebrauchte Frauenkleidung im Angebot, aber auch Accessoires und hier und da mal etwas für Männer. „Das ist immer ganz schnell weg“, erzählt Julia Lipps und lacht. „Frauen kaufen ja nun auch mal gern für ihre Männer ein.“

„Wühltische gibt es bei mir nicht“

Einen Grund für den Erfolg ihrer Trödelmärkte sieht sie darin, dass sich das Angebot nicht nur an eine bestimmte Altersgruppe richtet wie teilweise in anderen Städten. „Die Ware deckt alle Generationen ab“, betont sie. Und so tummelten sich an drei Samstagen im März, Mai und September vorigen Jahres Frauen vom Teenager bis zur Altersgruppe „Ü 50“ in der OWL-Halle. „Teilweise kamen Verwandte aus drei Generationen.“ Bei den Verkaufsständen legt die Verlerin Wert auf eine stilvolle Präsentation mit hübsch dekorierten Ständen: „Wühltische gibt es bei mir nicht.“

Erwachsen ist die Idee zum Secondhand-Markt aus ihrer eigenen Leidenschaft für Trödelmärkte („Im Sommer bin ich jedes Wochenende unterwegs, in Bielefeld, Münster und Dortmund zum Beispiel“) und Kleidung aus zweiter Hand. Seit der Geburt ihrer Tochter vor sechs Jahren verkauft die gelernte Friseurmeisterin gebrauchte Kleidung übers Internet. Dafür hat sie ein Gewerbe angemeldet.

„Wünsche mir, dass Leute erkennen, dass Secondhand toll ist“

Von der Lebenseinstellung, möglichst wenig neu zu kaufen, möchte sie andere überzeugen: „Ich wünsche mir, dass die Leute umdenken, von der Wegwerfmentalität wegkommen und erkennen, dass Secondhand toll ist.“

Julia Lipps selbst hat bei ihren Secondhand-Märkten in der Ostwestfalenhalle keinen Verkaufsstand: „Dafür habe ich keine Zeit. Es ist so viel zu tun mit Organisation, Kontrolle, Einlass und allem.“ Ihre ganze Familie unterstütze sie.

Abgeschafft hat Julia Lipps den anfangs freien Eintritt für Männer. „Wir hatten ein Problem mit Männergruppen“, erklärt sie. Und 50 zusätzliche Stände auf dem Außengelände wie im Mai soll es auch nicht noch einmal geben: „Das hat mir nicht so gefallen. Lieber kompakt in der Halle.“

Dass ihre Mission, die Wertschätzung für gebrauchte Ware zu erhöhen, gut ankommt, macht die 30-Jährige glücklich: „Das ist das, was ich möchte.“

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