Mit der Drohne Champions-League gefilmt
Heute nur noch ein Hobby: Stefan Kranz gehörte zu den Pionieren in Sachen Drohnen-Flug. Mittlerweile konzentriert sich der 39-Jährige auf den Betrieb des Cafés Op de Limeke in Kaunitz. Hin und wieder lässt er seine Geräte aber noch fliegen.

2013 brachte das chinesische Unternehmen DJI einen Quadrocopter mit dem Namen Phantom auf den Markt. „Das war die Mutter aller Drohnen. Damit begann der ganze Hype“, sagt der 39-Jährige rückblickend. Das Gerät war einfach zu fliegen. „Man gibt eigentlich nur die Richtung vor, den Rest erledigt es mit seiner Elektronik quasi von allein.“ Außerdem ist die Phantom in der Lage, eine Last zu transportieren.

Seit jeher war der ehemalige Verkaufsberater für Lastwagen ein engagierter Fotograf und Filmer. Was lag für ihn also näher, als mit einer Drohne Bilder aus der Luft zu machen. Noch im selben Jahr war er stolzer Besitzer so eines Fliegers.

Wer heute eine Drohne kauft, bekommt alles fertig von der Stange. Entweder ein komplett ausgestattetes Gerät oder reichlich Zubehör, um ein Grundgerät aufzurüsten. Vor sechs Jahren sah das anders aus. Die Möglichkeit, einen Action-Camcorder (GoPro) an der Drohne zu befestigen, gab es zwar, doch wirklich erhebend waren die unruhigen Bilder nicht. Der Durchbruch für die Luftfilmerei kam 2014 mit der Einführung von mehrachsigen Stabilisatoren (Gimbals), die für ein ruhiges Bild sorgten. Die Geräte mussten anfangs jedoch noch nur mittels Eigenkonstruktionen an den Drohen befestigt werden.

Jetzt erkannten auch Fernsehsender und Werbeagenturen die Möglichkeiten der Technik. Und da die Welt ein Dorf mit unzähligen Zufällen ist, rutschte Stefan Kranz in das Geschäft. Eigentlich sollte er nur eine Drohne für eine Versicherungsagentur anfertigen. Mit dem Gerät sollten Unfallorte von oben aufgenommen werden. Drei Drohnen auf Basis der Phantom II fertigt Kranz an.

Schnell zeigte auch ein Testcenter für Unfälle mit Lastwagen und Bussen in Münster Interesse an Luftaufnahmen. 2014 hat sich Stefan Kranz mit der Filmerei selbstständig gemacht. Während Dreharbeiten auf der Rennstrecke Bilster Berg wird die Film- und TV-Produktion Plazamedia in München auf Stefan Kranz aufmerksam. „Die haben ihre Aufnahmen nicht hinbekommen und mich nach Material gefragt. So sind wir ins Geschäft gekommen“, erklärt Kranz.

Aufnahmen aus dem Studio oder Bilder von der Champions-League waren gefragt. Viele Drohnen-Piloten gab es seinerzeit noch nicht. Und da in der Szene jeder jeden kennt, wurde Stefan Kranz schnell bekannt. Für Werbeaufnahmen des Seat Cupra ging es 2017 nach Finnland.

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